Zeitgeschichte

Wolf Biermann nach seiner Ausbürgerung aus der DDR: „Blind vor Heimweh“

220 Tagebücher hat Wolf Biermann geführt, seit 1954. „Ihr löscht das Feuer mit Benzin“ zeigt die Jahre vor und nach der Ausbürgerung.

Cornelia Geißler
Cornelia Geißler
6 Min
Wolf Biermann in seiner Wohnung in Hamburg

Wolf Biermann in seiner Wohnung in Hamburg

© STEFFEN JAENICKE

Der Liedermacher ist unnormal normal, schreibt Wolf Biermann Mitte Juni 1974 in sein Tagebuch. Besser: in eines von seinen vielen Tagebüchern. Seit 1954 führt er diese Aufzeichnungen, 220 sind es inzwischen. Die meisten landeten vor fünf Jahren in der Staatsbibliothek zu Berlin, zusammen mit anderen Dokumenten und Artefakten aus dem sogenannten Vorlass des Liedermachers und Dichters.

Unter dem Titel „Ihr löscht das Feuer mit Benzin“ erscheinen jetzt Auszüge der Tagebücher der Jahre 1960 bis 1990, ausgewertet dafür wurden rund 20.000 Seiten. Dieses Buch enthält Zeitgeschichte, behandelt die vergangene Gegenwart vieler heute Lebender, lässt aber auch ein bisschen der jetzigen Probleme und Debatten verstehen. 1978 notiert Biermann: „Die Ostdeutschen wissen über den Westen besser Bescheid als die Westdeutschen über den Osten.“

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