Spandaus Naturschutz- und Grünflächenamt (NGA) muß nun endgültig mit 400 000 Mark weniger auskommen, um den Ausbau des Wröhmännerparks zu beenden. Jetzt stehen nur noch 720 000 Mark zur Verfügung, die noch in diesem Jahr aufgebraucht werden sollen. Die CDU-Fraktion in der BVV hatte in der vergangenen Woche diese geringere Summe durchgesetzt."Der Standard wird jetzt natürlich deutlich niedriger. Wir können keine weiteren Bänke mehr aufstellen, müssen auf etliche Bäume verzichten und können auch einige geplante Mäuerchen nicht mehr finanzieren", faßt NGA-Chefin Elke Hube die Auswirkungen zusammen. Außerdem wird das Wegeprogramm reduziert. Weiteres Sparpotential ergab sich bei der Gestaltung des Hafenbeckens, das unterirdisch mit der Havel verbunden ist. Es wird zwar wie vorgesehen entschlammt, aber die geplante, recht aufwendige, Uferbefestigung fällt billiger aus. Bis zur Wasserkante werden nun Spundwände gezogen. Die gesamte Böschung wird mit einem Zaun gesichert. Anleihe bei Vorgängern "Diese 720 000 Mark sind für uns die Schmerzgrenze. Aber nun muß es eben reichen. Da bin ich der preussischen Tradition verpflichtet", gibt sich Spandaus Grün-Chefin kämpferisch. Schließlich mußten auch weit berühmtere Vorgänger wie Josef Lenne und Karl Friedrich Schinkel auf die finanziellen Möglichkeiten ihrer Bauherren - damals meistens Fürsten - eingehen. Genau diesen Zug bewundert BVV-Vorsteher Elmar Coenen (CDU) an Elke Hube. Der von ihm geführte Grünausschuß des Bezirksparlaments hatte in der vergangenen Woche mit der CDU-Mehrheit für die 720 000 Mark gestimmt. "Ich schätze an Frau Hube, daß sie erst enorm kämpft und dann doch die Vorgaben akzeptiert", sagte Coenen und fügte hinzu: "Das NGA war mit Recht zuerst ein wenig pikiert. Aber im jetzigen Rahmen ist der Park vertretbar." Der Standard sei noch höher als bei anderen Gärten. Streit um Pergola Den Anstoß zum "Wröhmännerpark light" hatte die zahlenmäßig kräftige Junge Union in der CDU-Fraktion gegeben. Ihnen war die Gartenanlage ein Dorn im Auge. Vor allem die weithin sichtbare Pergola am Eingang zur Neuendorfer Straße entfachte immer wieder Diskussionen. Bald stand für die jungen Christdemokraten das Urteil fest: Die Wröhmänner-Grünfläche ist ein Luxus-Garten.Elke Hube hatte monatelang vergeblich gegen das populistische Urteil angekämpft. Nichts half: Weder der Hinweis darauf, daß der Quadratmeter-Preis der meisten Parks, etwa in Charlottenburg, höher sei, noch die Argumentation, daß hier am falschen Ende gespart werde. "Steine auf den Wegen scheinen zwar Luxus zu sein. Sie sind in der Pflege aber viel billiger als beispielsweise Tennen-Boden", predigte Hube immer wieder. Auch ein weiteres Argument zog nicht: "Der Park war und ist Bestandteil der Altstadt-Sanierung. Er ist doch auch ein Standortvorteil für Spandau." +++
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