Rezension

Premiere im Theater Magdeburg: Stille Wunden, laute Stühle

„Wunde Stadt“ über ein kollektives Trauma – und die Frage, wie man weiterlebt, wenn nichts mehr eindeutig ist. Eine Theaterrezension.

Robert Gryczke
Robert Gryczke
6 Min
Die Selbsthilfegruppe dient in „Wunde Stadt“ als Ausgangspunkt für die unterschiedlichen Geschichten und Konflikte der Figuren.

Die Selbsthilfegruppe dient in „Wunde Stadt“ als Ausgangspunkt für die unterschiedlichen Geschichten und Konflikte der Figuren.

© Kerstin Schomburg

Wie schreibt man eine Theaterkritik zu einem Stück, das mehr noch als andere zeitgenössische Stoffe von der persönlichen Verbindung des Publikums zu ebenjenem Stück abhängt? Ein Stück, das im Vorfeld bereits über die Maßen politisiert wurde, noch bevor überhaupt ein Wort des Skripts getippt war. Ein Stück zu einem Vorfall, der traurige Stadtgeschichte geschrieben und soziokulturelle Wunden gerissen hat, die wahrscheinlich nie richtig heilen werden. Ein Stück, bei dessen Premiere die Türen aufbleiben und medizinisches Notfallpersonal im Foyer wartet – welches glücklicherweise im Verlauf des Abends nicht eingreifen muss.

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