Holocaust-Gedenken

Yad Vashem eröffnet erste Außenstelle in Leipzig

Die sächsische Messestadt wird Sitz einer Dependance der israelischen Holocaust-Gedenkstätte. Geplant sind interaktive Lernräume für Pädagogen aus der Region und den Nachbarländern.

3 Min
Jerusalem: Die Halle der Namen in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem.

Jerusalem: Die Halle der Namen in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem.

© Fabian Sommer/dpa

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat sich für eine Außenstelle in Leipzig entschieden. Der Hauptsitz des neuen Bildungszentrums in Deutschland entsteht in München.

Das Yad Vashem International Institute for Holocaust Education in Jerusalem wird seine ersten Außenstellen außerhalb Israels in Deutschland eröffnen. Wie das sächsische Kultusministerium am Donnerstag unter Berufung auf Yad Vashem mitteilte, entsteht neben dem Hauptstandort in München eine weitere Einrichtung in Leipzig. In der sächsischen Stadt ist ein „Yad Vashem Educational Center“ geplant, das sich vor allem an Pädagogen richten soll.

Kretschmer spricht von „Brücke nach Osteuropa“

Ziel sei es, das Bewusstsein für gegenwärtigen Antisemitismus zu schärfen und das Engagement für Menschenwürde und moralische Verantwortung zu fördern, hieß es aus dem Ministerium. Das Zentrum soll im bestehenden Ariowitsch-Haus untergebracht werden, einem Ort für Bildung, Kultur und Begegnung.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte, Teil des neuen Holocaust-Bildungszentrums in Deutschland zu sein, sei für Sachsen eine große Ehre und zugleich eine Verpflichtung. Leipzig könne auch eine „Brücke nach Osteuropa“ sein.

Kultusminister Conrad Clemens (CDU) sprach von einer „nicht hoch genug zu schätzenden Anerkennung und Verantwortung zugleich“. In Kooperation mit dem Freistaat Bayern werde Sachsen die Arbeit des Zentrums „mit aller Kraft, Hingabe und Demut“ unterstützen. Als nächste Schritte seien laut Kultusministerium finanzielle und personelle Fragen zu klären sowie bauliche Maßnahmen und die inhaltliche Abstimmung mit dem Münchner Standort.

Ehemaliges Altenheim als Standort

Direktor und Vorsitzender des Vereins Kultur- und Begegnungszentrums Ariowitsch -Haus ist Küf Kaufmann, der auch Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig ist. Das jüdische Zentrum wurde 2009 eröffnet.

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In dem Gebäude an der Hinrichsenstraße 14 befand sich von 1931 an ein jüdisches Altenheim. Es wurde von der Unternehmerfamilie Ariowitsch gestiftet und von 1928 an nach Plänen Emil Franz Hänsels (1870-1943 ) gebaut.

In der NS-Zeit wurden 1942 die mehr als 100 Bewohner sowie das Personal des Ariowitsch -Hauses in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Danach diente das Gebäude den Nationalsozialisten in Leipzig als Dienststelle. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten es die amerikanische sowie die sowjetische Besetzungsmacht.

Die jüdische Gemeinde erhielt das Haus 1946 zurück. Bis 1997 wurde dort erneut ein Altenheim betrieben. Die Umbauarbeiten für das neue Zentrum im Waldstraßenviertel begannen 2006. (mit epd)

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