Nahost

Yaron Lischinsky: Diplomat für den Frieden

In Berlin wurde ein Bildband in Erinnerung an den jungen deutsch-israelischen Diplomaten präsentiert, der im vergangenen Jahr in Washington erschossen wurde.

Michael Maier
3 Min
Auf diesem undatierten von der israelischen Botschaft in Washington zur Verfügung gestellten Bild sind der Deutsch-Israeli Yaron Lischinsky und Sarah Milgrim zu sehen.

Auf diesem undatierten von der israelischen Botschaft in Washington zur Verfügung gestellten Bild sind der Deutsch-Israeli Yaron Lischinsky und Sarah Milgrim zu sehen.

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Gedenken an einen besonderen Diplomaten: Etwa 50 Gäste kamen auf Einladung der israelischen Botschaft am Dienstag ins Max-Liebermann-Haus der Berliner Sparkasse am Pariser Platz zu einer Buchpräsentation. Es ging um die Erinnerung an Yaron Lischinsky. Der aus Nürnberg stammende junge Diplomat wurde am 21. März 2025 in Washington erschossen. Auch seine Partnerin Sarah Milgrim wurde getötet. Ein 30-jähriger Mann wurde noch am Tatort festgenommen. Er hatte bei seiner Festnahme „Free Palestine“ gerufen. Lischinsky und Milgrim waren Mitarbeiter der israelischen Botschaft in Washington. Lischinsky hatte sich stets für Frieden im Nahen Osten eingesetzt.

Der World Jewish Congress (WJC), das American Jewish Committee (AJC) und der Verlag Hentrich&Hentrich präsentierten in Anwesenheit von Lischinskys Mutter, seines Vaters und seines Bruders einen Bildband mit Fotografien des Diplomaten.

Lischinsky war ein in Deutschland geborener israelischer Staatsbürger. Er diente drei Jahre lang in der israelischen Armee und besaß einen Master-Abschluss in Regierungsdiplomatie und Strategie der Reichman-Universität. Dort war er Student von Ron Prosor, derzeit Botschafter des Staates Israel in Deutschland. Prosor sagte auf der Veranstaltung: „Es war mir eine Ehre, ihn für eine Stelle bei der wichtigsten Botschaft Israels in Washington D.C. zu empfehlen. Er war sehr stolz darauf, diese Stelle anzutreten. Ich war froh, ihn dabei unterstützt zu haben. Der Nürnberger Junge, der in der schwersten Zeit bereit war, Israel dort zu verteidigen, wo es am dringendsten nötig war.“

Bella Zchwiraschwili, Leiterin des Berliner Büros des WJC und Director Stakeholder Engagement, sagte: „Ich kann mich genau an die Social-Media-Beiträge unmittelbar nach der Ermordung von Yaron und Sarah auf Social Media erinnern. Es waren Beiträge von jüdischen und nichtjüdischen Menschen. In den Beiträgen ging es um zwei junge Menschen, die ermordet worden sind. Diese beiden jungen Menschen wurden gezielt ermordet.

Wie wir der Familie von Yaron versichert haben, werden wir alle gemeinsam weiterhin durch Yarons Kamera blicken und im Sinne dieses Friedensstifters wirken.“ Yaron sei der Inbegriff eines Diplomaten gewesen, sagte Benjamin Rogers, Director of Middle East and North Africa Initiatives beim AJC. Er habe stets „Zuversicht und eine tiefe Leidenschaft für die Themen, die ihn bewegten“, gezeigt: „Diese Kombination verlieh all unseren Begegnungen eine besondere Wärme. In einer Welt, in der Selbstdarstellung und Abschottung allzu oft dominieren, brachte Yaron eine echte Sehnsucht mit, Gutes zu bewirken“, so Rogers.

Hanan Lischinsky, der Bruder, und Lina Eisenberg-Dvir, eine Freundin von Yaron Lischinsky, haben „Yarons Buch“ herausgebracht. Der Bildband mit Texten von Menschen, die ihm nahestanden, bringt Fotografien des Diplomaten, der mit dem Buch posthum als Fotokünstler präsentiert wird. Hanan Lischinsky sagte, Schönheit und Ästhetik hätten seinen Bruder sein ganzes Leben lang begleitet. Sein Vater Daniel Lischinsky plane eine große Tour zur Vorstellung des Buchs. Dennoch sei der Schmerz immer noch stark: „Unser Yaroni fehlt uns, wir möchten ihn wiedersehen“, sagte Daniel Lischinsky.

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Lischinsky war ein langjähriger Brückenbauer in den deutsch-israelischen Beziehungen. Er war Gründungsmitglied der Israelisch-Deutschen Gesellschaft, der Schwesterorganisation der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), und hatte das Jugendforum (JuFo) der DIG mit aufgebaut. Er hat zahlreiche politische wie kulturelle Veranstaltungen organisiert. Seine Ermordung löste unter jungen deutsch-israelischen Aktivisten große Bestürzung aus.

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