Yotam Ottolenghi ist ein globales kulinarisches Phänomen. In unzähligen Haushalten steht mindestens eines seiner vielen Kochbücher, mit denen der 57-Jährige einen modernen, farbintensiven und aromastarken Kochstil prägte.
Der in Jerusalem geborene und in London wirkende Autor und Gastronom hat die moderne Alltagsküche revolutioniert, hat Gemüse aus der faden Nische der „Beilage“ geholt und Zutaten aus der Levante und dem Nahen Osten in hiesige Küchen gebracht.
Gewürze und Pasten wie Za’atar, Sumach, Granatapfelmelasse, Harissa und Tahini wurden durch seine Bestseller weltweit populär.
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Römersalatherzen im Gropius-Bau
Die Zahlen sprechen für sich: Sein 2018 erschienenes Buch „Simple“ verkaufte sich weltweit mehr als drei Millionen Mal, im deutschsprachigen Raum ist es das meistverkaufte Kochbuch der vergangenen zehn Jahre.
Kein Wunder, dass es mit „Simple Too“ nun eine Fortsetzung gibt, für die der israelisch-britische Koch gerade auf Werbetour in Europa unterwegs ist. Eben noch in Paris und Hamburg, machte er nun auch in Berlin halt und stellte sein neues Buch bei einem Essen im Berliner Restaurant Beba im Gropius-Bau vor.
Auf die Teller kamen natürlich Kreationen aus dem zitronengelben 300-Seiten-Werk: Römersalatherzen mit Pekannüssen und Orange, im Ganzen gerösteter Kohlrabi, zu dem sich Tahini und Frühlingszwiebelöl gesellen durften, Fenchel-Tarte-Tatin mit Trauben und Oliven.
Knackig, frisch, voller Aromen: Römersalatherzen à la Yotam Ottolenghi
© Steffen Sinzinger
Die Welt ist kompliziert genug, findet Yotam Ottolenghi, und einfaches Kochen sei die Lösung. Angesichts der endlosen Tipps im Netz, der Zehntausenden Möglichkeiten, etwa ein Ragù zu kochen, sei es nicht schwer, sich wie gelähmt zu fühlen. Dabei gehe es doch manchmal nur darum, Essen auf den Tisch zu bekommen, das allen schmeckt.
Das ist an diesem Abend im Berliner Gropius-Bau in jedem Fall gelungen. Als seinen persönlichen Favoriten aus dem Buch nennt Yotam Ottolenghi Kichererbsen mit Baharat und Orange – ein unkompliziertes One-Pot-Gericht. „Großartig ist nicht nur, dass es so einfach zu machen ist“, findet der Eigentümer mehrerer Londoner Restaurants und Delis, „sondern auch das, was im Topf passiert.“
Die Kichererbsen steuern Nussaromen bei, die Oliven Salzigkeit, die Gewürzmischung Baharat sorgt für Wärme. Estragon, Orange und Joghurt machen das Gericht frisch und spritzig. Bei einer Zutat muss der Gastronom dann aber selbst ein wenig schmunzeln: Ganze zwölf Knoblauchzehen kommen in den ofenfesten Topf. Mahlzeit!
Yotam Ottolenghi: Simple too. DK Verlag, 304 Seiten, 40 Euro
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