Im Freistaat Sachsen sind zum Stichtag 1. Juli 2026 exakt 1498 Personen als sogenannte „Mehrfach- und Intensivtatverdächtige Asylbewerber/Zuwanderer“ (MITA) polizeilich registriert. Das geht aus der Antwort von Innenminister Armin Schuster (CDU) auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Sebastian Wippel hervor. Im Vorjahr meldete die Behörde lediglich 1.237 migrantische Intensivtäter in Sachsen. Nun fällt ein Anstieg von 21 Prozent zu Buche.
Allein im zweiten Quartal 2026, also zwischen April und Juni, verzeichnete die Polizei demnach 1718 Straftaten, an denen MITA als Tatverdächtige beteiligt waren – ausländerrechtliche Verstöße nicht mitgerechnet.
Welche Straftaten fallen ins Gewicht?
Den größten Block bilden Rohheitsdelikte. Dazu zählen Körperverletzungen, Bedrohungen, Nötigungen sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit. In diesem Bereich registrierte die Polizei im zweiten Quartal 515 Fälle. Dahinter folgt der einfache Diebstahl mit 463 Taten. Hinzu kommen 100 Fälle schweren Diebstahls und 258 sonstige Straftatbestände nach dem Strafgesetzbuch.
Besonders schwer wiegen 23 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Auch ein Tötungsdelikt ist in der Statistik für den Zeitraum enthalten.
Wo sich das Geschehen konzentriert
Das Kriminalitätsgeschehen ballt sich in den drei großen Städten des Freistaats. Leipzig führt mit 481 Straftaten die Liste an.
Es folgen Chemnitz mit 372 und Dresden mit 339 Fällen. Damit entfällt ein Großteil der registrierten Taten auf den urbanen Raum.
Doch auch außerhalb der Metropolen fällt eine Region auf: Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zählte die Polizei etwa 53 Rohheitsdelikte.
Syrer stellen die mit Abstand größte Gruppe
Bei den Staatsangehörigkeiten der 1498 erfassten Personen dominieren Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Syrische Staatsangehörige stellen mit 398 Erfassten die mit Abstand größte Gruppe.
Es folgen Tunesier (144), Afghanen (115), Libyer (92) und Angehörige der Russischen Föderation (92). Aus der Ukraine sind 84 Personen als MITA registriert, aus Algerien 78, aus Marokko 66 und aus Georgien 65.
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Wichtig zur Einordnung: Als MITA gelten nicht nur Asylbewerber im engeren Sinne. Herangezogen werden nach Angaben des Ministeriums auch anerkannte Schutzberechtigte, Kontingentflüchtlinge, Geduldete und Personen mit unerlaubtem Aufenthalt.
Nur 38 Abschiebungen im ersten Halbjahr
Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurden nach einem Abgleich mit den Rückführungslisten der Landesdirektion Sachsen lediglich 38 tatverdächtige Intensivtäter zwangsweise außer Landes gebracht.
Am häufigsten ging es dabei nach Georgien (14), Algerien (5) und Marokko (4). Angesichts von 1.498 registrierten Personen bleibt die Zahl der Abschiebungen damit überschaubar.
Zum Stichtag befanden sich 368 der registrierten migrantischen Intensivtäter in Haft. Auch hier stellen Syrer mit 74 Inhaftierten den größten Anteil.
Dahinter folgen 56 Tunesier, 30 Russen, 29 Afghanen und 24 Libyer. Zusätzlich waren am 30. Juni 2026 weitere 98 migrantische Intensivtäter zur Festnahme ausgeschrieben.
Bei den Wohnorten liegt Dresden mit 352 registrierten Personen vorn, gefolgt von Leipzig (317) und Chemnitz (163). 86 der Erfassten haben keinen festen Wohnsitz, 74 halten sich außerhalb Sachsens auf.
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In Sachsen lebten nach Angaben der Landesdirektion zum Jahreswechsel 2025/2026 insgesamt rund 95.600 Geflüchtete und Schutzsuchende. 70.164 Personen stammen aus der Ukraine. 25.524 Personen mit anderen Staatsangehörigkeiten befanden sich im laufenden Asylverfahren oder waren vollziehbar ausreisepflichtig. Rund 10.600 Personen lebten am Stichtag mit Duldung in Sachsen.
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