Den Grund für den Umbau des ehemaligen Köpenicker Frauengefängnisses sieht der Innensenator in der steigenden Zahl von Abschiebungen. 1992 wurden rund 1 300 Ausländer außer Landes verwiesen. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 3 500. In der Hauptstadt wird Abschiebehaft nicht in Gefängnissen vollzogen. Deshalb werden die Inhaftierten nicht als Straftäter behandelt. Die Abschiebehaft untersteht nicht der Justizsenatorin sondern dem Innensenator. Mit der Inbetriebnahme des Köpenicker Abschiebegewahrsams verliert die bisherige Verwahranstalt an der Kruppstraße in Tiergarten an Bedeutung. Diese Einrichtung war in den vergangenen Monaten häufig in die Schlagzeilen geraten. Mehreren Häftlingen gelang es zu fliehen. Immer wieder kam es zu Massenausbrüchen. Außerdem traten die Insassen mehrfach in den Ausstand, um auf ihre unmenschliche Verwahrung aufmerksam zu machen. +++
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