Ad absurdum

„Zahlen nicht sonderlich hoch“ – Regierung schafft telefonische Krankschreibung ohne Datengrundlage ab

Beruht die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung auf belastbaren Zahlen? Die Antwort überrascht und belegt, wie amateurhaft die Regierung bei dieser Reform vorgeht.

5 Min
Mit großem Tamtam von Kanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil beschlossen: die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Mittlerweile zeigt sich: Kaum ein Arbeitnehmer nutzte dieses Instrument überhaupt.

Mit großem Tamtam von Kanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil beschlossen: die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Mittlerweile zeigt sich: Kaum ein Arbeitnehmer nutzte dieses Instrument überhaupt.

© Mike Schmidt/imago

Es hätte ein Termin der Klarstellung werden sollen – geworden ist es eine Vorführung regierungsamtlicher Unschärfe. Die Bundespressekonferenz zum Koalitionsbeschluss, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen und die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag verpflichtend vorlegen zu lassen, offenbarte in bemerkenswerter Deutlichkeit, wie dünn die faktische Grundlage der angekündigten Maßnahme ist – und wie unabgestimmt die Ressorts in die Debatte gehen.

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