Beim Online-Modehändler Zalando zeichnet sich ein weiterer Stellenabbau ab. Der Konzern treibt die Schließung seines Logistikzentrums in Erfurt voran und will laut Medienberichten 200 weitere Stellen in der Berliner Zentrale streichen. Zeitgleich entsteht ein neuer, kleinerer Standort im rumänischen Bukarest.
Rund 200 Arbeitsplätze in der Berliner Konzernzentrale sollen betroffen sein, wie das Handelsblatt unter Berufung auf interne Dokumente und Ankündigungen im Intranet berichtete. Zalando bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur weder die Zahl noch den Standort. Das Unternehmen sprach von „einvernehmlichen Aufhebungsverträgen“ nach dem Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Ein solcher Vertrag kommt nur zustande, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer freiwillig zustimmen.
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Was sind die Gründe für den Stellenabbau bei Zalando?
Man arbeite „seit einiger Zeit“ daran, „durch agilere und zielgerichtete Strukturen schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können und die sich uns bietenden enormen Chancen für weiteres Wachstum zu nutzen“, teilte Zalando laut Deutscher Presse-Agentur mit. Laut Handelsblatt hatte sich das Unternehmen bereits Ende Mai mit dem Berliner Betriebsrat auf die Rahmenbedingungen geeinigt.
Als Gründe nannte Zalando dem Bericht zufolge in internen Unterlagen unter anderem Veränderungen durch Künstliche Intelligenz, steigende Kundenerwartungen und schärferen Wettbewerb. Bereits im vergangenen Jahr strich Zalando in Berlin rund 450 Arbeitsplätze infolge einer Umstrukturierung des Kundendienstes.
Neuer Multifunktionsstandort entsteht in Bukarest
Unabhängig davon baut Zalando nach eigenen Angaben derzeit einen neuen Standort in der rumänischen Hauptstadt Bukarest auf. Das Büro soll Ende dieses Jahres eröffnen. Bis zum ersten Quartal des Folgejahres sei dort der Aufbau von rund 60 Stellen geplant, teilte das Unternehmen mit. „Längerfristig planen wir, bestimmte Positionen und Prozesse nach Bukarest zu verlagern und dort weitere Arbeitsplätze zu schaffen.“
Nach Informationen des Handelsblatts sollen dort unter anderem Aufgaben aus dem Personalwesen und dem Finanzbereich gebündelt werden, die bisher zum Teil externe Dienstleister übernahmen. Die Verlagerung von Berliner Stellen soll dem Bericht zufolge 2027 beginnen und 2028 andauern.
Zudem schließt das Unternehmen bis Ende September seinen Standort in Erfurt mit noch rund 2100 Beschäftigten. Trotz Protesten von Betriebsrat, Gewerkschaften und Kritik der Thüringer Landesregierung hält der Konzern an der im Januar verkündeten Entscheidung fest. Begründet wurde sie mit der Neuausrichtung des europaweiten Logistiknetzes nach der Übernahme des Händlers About You.
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