Der Holocaust-Überlebende und Weimarer Ehrenbürger Zeev Borger ist tot. Er starb im Alter von 98 Jahren in Israel, wie das Internationale Komitee Buchenwald-Dora und die Gedenkstätte Buchenwald am Mittwoch in Weimar mitteilten. Borger war Ehrenbürger der Stadt Weimar.
Borger wurde 1928 im polnischen Oświęcim, dem späteren Auschwitz, geboren. Er war nach Angaben der Gedenkstätte der einzige Überlebende seiner siebenköpfigen jüdischen Familie. Im Februar 1945 wurde er aus dem Konzentrationslager Groß-Rosen in das KZ Buchenwald verschleppt, wo er als 17-Jähriger im sogenannten Kinderblock 66 inhaftiert war.
Borger überlebte Todesmarsch
Nach einem Todesmarsch und der Befreiung wanderte Borger 1947 nach Israel aus. Dort gründete er eine Familie und arbeitete als Elektriker und Taxifahrer, wie aus den Mitteilungen hervorgeht. Im April 2024 war Borger gemeinsam mit weiteren Überlebenden zum Ehrenbürger Weimars ernannt worden. Mit der Auszeichnung würdigte die Stadt sein Engagement für die Erinnerungsarbeit. Vergangenes Jahr besuchte Borger zum 80. Jahrestag der Befreiung die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald.
Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) nannte Borger laut Mitteilung einen „Mahner und Vorbild“, der seine Geschichte vor allem jungen Menschen vermittelt habe. Die Stadt werde ihm ein ehrendes Andenken bewahren, erklärte Kleine.
Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg im Alter von 101 Jahren gestorben
Borger gehörte zu den letzten Zeitzeugen, die persönlich von ihren Erfahrungen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern berichten konnten.
Am Dienstag wurde bekannt, dass der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinber verstorben ist. Er wurde 1925 als Sohn einer jüdischen Familie im ostfriesischen Rhauderfehn geboren. Er überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen sowie mehrere Todesmärsche. Seine Familie wurde von den Nationalsozialisten fast vollständig ermordet. Nach dem Krieg wanderte Weinberg in die USA aus. 2012 kehrte er gemeinsam mit seiner Schwester in seine ostfriesische Heimat zurück. Seither sprach er regelmäßig vor Schulklassen über die Schrecken des Nationalsozialismus. Für sein Engagement erhielt er das Bundesverdienstkreuz.
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