Australien und die Ukraine haben am Mittwoch ein bilaterales Sicherheitsabkommen mit einer Laufzeit von zehn Jahren geschlossen. Der australische Premierminister Anthony Albanese und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichneten das Dokument am Rande der UN-Generalversammlung in New York, wie die australische Regierung mitteilte.
Das Abkommen bildet nach Angaben aus Canberra einen Rahmen für die Zusammenarbeit in Verteidigung und Sicherheit. Vorgesehen sind unter anderem militärische Ausbildung, der Wiederaufbau militärischer Gesundheitseinrichtungen sowie medizinischer Ausbildungszentren sowie die Prüfung einer gemeinsamen Produktion von Raketen und Drohnen.
Geld und neue Sanktionen
Albanese kündigte ein weiteres Hilfspaket im Umfang von 60 Millionen australischen Dollar an, umgerechnet rund 37 Millionen Euro. Davon entfallen laut Regierung 45 Millionen auf Ausrüstung der australischen Streitkräfte, zehn Millionen auf den Energiehilfefonds für die Ukraine und fünf Millionen auf humanitäre Hilfe. Australiens gesamte Unterstützung seit Beginn des russischen Angriffskriegs steigt damit auf nahezu 1,9 Milliarden australische Dollar.
Zugleich verhängte Canberra weitere Sanktionen gegen Russland und dessen Unterstützer. Nach Angaben des Premierministers umfasst die australische Sanktionsliste nun rund 1900 Einträge, darunter fast 300 Schiffe der sogenannten Schattenflotte, mit der Russland westliche Ölbeschränkungen umgeht.
Selenskyj bezeichnete den Schritt als wichtiges Signal zu einem Zeitpunkt, an dem in Europa über eine Lockerung einzelner Sanktionen diskutiert werde.
Beteiligung an Marine-Koalition
Australien schließt sich zudem der von Großbritannien und Norwegen geführten Maritime Capability Coalition an, die den Aufbau der ukrainischen Marine unterstützt. Die Mitgliedschaft soll nach Angaben der Regierung in Canberra auch dazu dienen, Erkenntnisse für die eigenen Streitkräfte zu gewinnen.
Selenskyj erklärte, beide Länder wollten außerdem ein Drohnenabkommen vorbereiten. Die Ukraine sei bereit, ihre Erfahrungen mit Seedrohnen, unbemannten Bodensystemen und KI-gestützter Technik einzubringen.
Selenskyjs Drohnentour: Mitten im Krieg wird die Ukraine zur militärischen Tech-Macht
Selenskyj plant Waffenbüros in Berlin: Ukraine will Deutschland mit Drohnen beliefern
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]