Am Sonntag geht in Görlitz um 16.47 Uhr die Sonne unter. In Aachen scheint sie noch bis 17.23 Uhr. Gleiches Land, gleiche Uhr, und trotzdem 36 Minuten Unterschied.
Für alle gilt: Es wird ab jetzt eine Stunde früher dunkel. In der Nacht zu Sonntag, dem 25. Oktober, werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgedreht. Wir bekommen eine Stunde Schlaf geschenkt und bezahlen dafür mit jedem Feierabend bis März.
Sonnenuntergang am Sonntag: Die Zeiten für sechs Städte
Am Sonnabend geht die Sonne in Hamburg noch um 18.03 Uhr unter, am Sonntag um 17.01 Uhr.
Am ersten Tag der Winterzeit sieht es laut dem Portal Timeanddate so aus:
- Görlitz: 16.47 Uhr
- Berlin: 16.50 Uhr
- Hamburg: 17.01 Uhr
- München: 17.06 Uhr
- Köln: 17.19 Uhr
- Aachen: 17.23 Uhr
Morgens wird es dafür schlagartig früher hell. In München geht die Sonne am Sonntag um 6.47 Uhr auf, in Berlin um 6.49 Uhr, in Köln um 7.12 Uhr.
Warum es im Osten früher dunkel wird
Ganz Deutschland lebt nach der Mitteleuropäischen Zeit. Die Sonne kümmert sich darum nicht. Weil sich die Erde nach Osten dreht, verschwindet sie in Görlitz eine gute halbe Stunde früher hinter dem Horizont als in Aachen.
Dunkel vor 16 Uhr: Im Osten schon Ende November
In Berlin fällt die 16-Uhr-Marke am 27. November. Mitte Dezember geht die Sonne dort und in Görlitz schon um 15.52 Uhr unter.
Der Westen erlebt das nicht. In Aachen geht die Sonne selbst am frühesten Termin im Dezember erst um 16.30 Uhr unter.
Einen Gewinner gibt es überall: die Weihnachtsmärkte. Wer nach Feierabend über den Markt schlendert, bekommt die Lichterketten in voller Wirkung.
Kürzester Tag des Jahres: Weniger Licht als ein Arbeitstag
Am Montag, dem 21. Dezember, ist Wintersonnenwende. Dann zählt nicht mehr Ost oder West, sondern Nord oder Süd.
So lange ist es an diesem Tag hell:
- Flensburg: 7 Std. 13 Min.
- Hamburg: 7 Std. 28 Min.
- Berlin: 7 Std. 39 Min.
- Köln: 7 Std. 55 Min.
- München: 8 Std. 21 Min.
In Flensburg geht die Sonne um 8.43 Uhr auf und um 15.56 Uhr unter. Wer dort von 8 bis 16 Uhr im Büro sitzt, verpasst den kompletten Tag. Auch in Hamburg, Berlin und Köln bleibt weniger Licht als eine Achtstundenschicht.
Kurios: Nach Weihnachten wird es morgens noch später hell
Ab dem 22. Dezember werden die Tage wieder länger, zunächst allerdings nur abends. Den spätesten Sonnenaufgang des Jahres gibt es erst zwischen den Jahren, in Berlin am 30. Dezember, in Aachen am 31. Dezember.
Astronomen nennen den Effekt Zeitgleichung. Weil die Erdbahn elliptisch und die Erdachse geneigt ist, wandert der Sonnenmittag im Laufe des Jahres.
Winterzeit ist eigentlich die Normalzeit
Streng genommen ist „Winterzeit“ der falsche Begriff. Ab Sonntag gilt wieder die normale Mitteleuropäische Zeit, die Sommerzeit ist die Ausnahme. Eingeführt wurde sie in Deutschland 1980, um Energie zu sparen.
Abschaffung der Zeitumstellung: Die EU kommt nicht voran
Das Europäische Parlament hat schon im März 2019 für ein Ende der Zeitumstellung gestimmt. Seitdem hängt das Vorhaben fest, weil sich die Mitgliedsstaaten im Rat nicht einigen, wie ms-aktuell berichtet.
Strittig ist vor allem, welche Zeit dauerhaft gelten soll. Viele Menschen wünschen sich helle Abende. Schlafforscher halten die Winterzeit für gesünder, weil Morgenlicht die innere Uhr stellt.
Die EU-Kommission hat im Februar 2026 eine neue Studie zu den Folgen einer Abschaffung gestartet, Ergebnisse sollen laut Newstime bis Jahresende vorliegen. Dort wird auch eine Umfrage vom März 2026 zitiert: 73 Prozent der Deutschen wollen die Zeitumstellung demnach loswerden.
Wann kommt die Sommerzeit zurück?
Am 28. März 2027 werden die Uhren wieder von 2 auf 3 Uhr vorgestellt. Bis dahin gilt im ganzen Land: Licht tanken, am besten in der Mittagspause.
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