In der Nacht zum 25. Oktober werden die Uhren wieder von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Eine Stunde mehr Schlaf, doch für viele Menschen ist das vermeintliche Geschenk mehr als eine Formalität. Nach einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit vom Februar 2026 hat knapp ein Drittel der Befragten nach einer Zeitumstellung schon einmal Beschwerden verspürt.
Frauen sind mit 38 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer mit 22 Prozent. Die häufigsten Beschwerden waren Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche sowie Ein- und Durchschlafprobleme.
Die Ursache liegt in einem kleinen Kerngebiet im Zwischenhirn, dem Nucleus suprachiasmaticus. Er gilt als Taktgeber des Körpers und regelt, wann Menschen müde werden und der Blutdruck steigt, wann der Körper das Schlafhormon Melatonin ausschüttet oder das aktivierende Stresshormon Cortisol. Auch Organe wie Leber und Darm orientieren sich an diesem zentralen Takt.
Den gibt vor allem das Tageslicht vor. Über die Netzhaut erfährt die innere Uhr, wann es hell und wann es dunkel wird, und stellt sich täglich neu darauf ein. Bei einem abrupten Wechsel wie am 25. Oktober dauert dieser Prozess etwas länger.
Mehr Unfälle nach der Umstellung
Bei den meisten Menschen läuft die innere Uhr ein wenig länger als 24 Stunden. Einen Tag zu verlängern, fällt deshalb leichter, als ihn zu verkürzen wie bei der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit.
Die Folgen lassen sich messen. Eine im Fachjournal Current Biology veröffentlichte Auswertung von mehr als 730.000 tödlichen Verkehrsunfällen in den USA ergab, dass das Risiko in der Woche nach der Umstellung auf die Sommerzeit um etwa sechs Prozent steigt, am stärksten in den Morgenstunden.
Die Forscher um Josef Fritz von der University of Colorado führen das auf Schlafmangel und eine gestörte innere Uhr zurück. Eine schwedische Studie, die 2008 im New England Journal of Medicine erschien, fand in den ersten Tagen nach der Frühjahrsumstellung zudem etwas mehr Herzinfarkte als sonst üblich.
Lerche oder Eule? Ein Test gibt Auskunft
Die Rückkehr zur Normalzeit im Oktober ist zwar für den Körper in der Regel einfacher, weil sie seinem natürlichen Rhythmus entgegenkommt. Probleme kann es dennoch geben: Frühaufsteher etwa sind nun eine Stunde früher wach, der Hunger meldet sich eher. Weniger Tageslicht am Nachmittag kann bei empfindlichen Menschen die Stimmung drücken.
Unabhängig von der Jahreszeit gibt es verschiedene Chronotypen, im Volksmund als Lerchen (früh) und Eulen (spät) bezeichnet. Ein Team der Berliner Charité entwickelte ein Verfahren, den individuellen Schlafrhythmus zu bestimmen. Dafür reicht ein einziges Haar. Es wird einem Test unterzogen.
Im Fokus steht dabei die RNA, die Ribonukleinsäure. In einer Zelle fungiert sie als Informationsträger der Gene, setzt Funktionen in Gang. Wie viel RNA zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhanden ist, lässt sich messen. Auch in Zellen einer Haarwurzel. Gemessen wird zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Zeitumstellung: Bald gibt es 2.30 Uhr zweimal – Deutschlands Zeitbehörde hat dafür ein eigenes Kürzel
Wird das Haar um 9 Uhr entnommen und sind dann die 9-Uhr-Gene sehr aktiv, die 10-Uhr-Gene erst ein bisschen und die 11-Uhr-Gene noch weniger, dann zeigt die innere Uhr dieses Probanden tatsächlich 9 Uhr. Wenn aber 6-Uhr-Gene aktiv sind, dagegen die 9-Uhr-Gene noch nicht so sehr, dann steht seine innere Uhr auf 6, und er ist ein später Chronotyp.
In einer Testreihe haben die Wissenschaftler der Charité herausgefunden, welche Gene zu welcher inneren Uhrzeit anspringen. Mit Künstlicher Intelligenz haben sie diese Informationen für ein Testkit aufbereitet. Zusätzlich ist ein Fragebogen auszufüllen.
Unabhängig vom Chronotyp und davon, ob die Uhr vor oder zurückgestellt wird: In der Regel hat sich der Körper nach einigen Tagen bis etwa einer Woche umgestellt.
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