Zeugin will eines der Opfer später noch gesehen haben

Dreifachmord: Zweifel am Todeszeitpunkt

Susanne Rost
2 Min

POTSDAM. Weil der Verteidiger des Angeklagten in der Mittagspause einen Kreislaufkollaps erlitt, war der Prozess um den Dreifach-mord von Dallgow-Döberitz am Dienstag vorzeitig zu Ende. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Olaf L. vor, in der Nacht vom 16. zum 17. Juni 1998 seine Lebensgefährtin Gabriele P. und deren Kinder den zehnjährigen Sascha und die 14-jährige Grit brutal umgebracht zu haben. Damit wollte der 37-Jährige nach Ansicht der Staatsanwaltschaft vertuschen, dass er seine Stieftochter missbraucht hat.Am gestrigen dritten Verhandlungstag am Landgericht Potsdam kamen jedoch Zweifel auf, wann Gabriele P. und ihre Kinder umgebracht wurden. Eine Zeugin sagte aus, dass sie Sascha P. noch am Abend des 18. Juni und damit einen Tag nach dem angenommenen Tötungszeitpunkt gesehen habe. Der Junge habe gegen 20 Uhr in ihrem Café ein Eis gekauft, sagte die Zeugin. Olaf L. ist demnach am Morgen des 17. Juni nach Auffassung der Staatsanwaltschaft kurz nach dem Verbrechen wie gewohnt in das Café gekommen, um dort zu frühstücken. "Er kam freudestrahlend", sagte die Kellnerin. Das Arbeitsamt hätte ihm Fördermittel zugesagt und er hätte einen größeren Auftrag in Aussicht, weswegen er Tage verreisen müsse. Olaf L. war zunächst drei Wochen auf der Flucht gewesen, nachdem die Polizei am 19. Juni des vergangenen Jahres die Leichen in dem Haus entdeckt hatte.In dem Prozess, der am Dienstag fortgesetzt wird, treten die Mutter, die Schwester und der Bruder der getöteten Gabriele P. als Nebenkläger auf. (ost.)

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner