Saisonstart

Zoff um Aufstiegsreform: Warum in Liga vier am Wochenende gestreikt wird

Paukenschlag zum Saisonstart: Weil die Regionalliga-Meister weiter nicht automatisch aufsteigen, streikt der Nordosten. Ein lautes Ultimatum an den DFB.

dpa
3 Min
Die Forderung der Fußballfans hat auch zum Saisonstart noch nicht an Wirkung verloren:

Die Forderung der Fußballfans hat auch zum Saisonstart noch nicht an Wirkung verloren:

© PICTURE POINT/Imago

Die Fußball-Regionalliga Nordost soll mit einem Protest in die neue Saison starten. Am ersten Spieltag in dieser Woche soll mit Blick auf die ins Stocken geratene Reform der Aufstiegsregelung eine geschlossene Aktion durchgeführt werden. „Das heißt: In der ersten Spielminute wird der Ball in allen Partien ruhen, um entsprechend mit den Fanszenen gemeinsam ein Zeichen zu setzen, dass die Interessen der Vereine umzusetzen sind“, sagte Tommy Haeder, Sprecher der Initiative Aufstiegsreform, bei einer Podiumsdiskussion der Freien Presse.

Momentan stockt das Vorhaben, den Modus zeitnah so zu reformieren, dass alle Meister der Regionalligen automatisch aufsteigen. Ende Juni hatten die fünf Regionalliga-Verbände ihre Mitglieder über diverse Reformoptionen abstimmen lassen. Knapp 51 Prozent der Klubs sprachen sich zwar für eine Reduzierung von fünf auf vier Staffeln mit dem Kompassmodell aus. Doch die Verbände sahen dieses Votum als nicht eindeutig genug an.

„Jetzt braucht es mehr Druck“

Nun sollen erneut Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) folgen. Die Umsetzung einer Reform zur Saison 2028/29 ist wohl vorerst vom Tisch. „Wenn wir merken, dass wir nicht ernst genommen werden, werden wir deutlich machen, dass wir Lösungen brauchen und wollen. Wir haben es lange mit dem Miteinanderreden versucht. Jetzt braucht es mehr Druck“, sagte Haeder dem MDR.

Kurz vor dem Votum war den Verbänden vorgeworfen worden, die zur Abstimmung stehenden Modelle kurzfristig geändert zu haben. So sollte es im Kompassmodell statt 20er auf einmal nur noch 18er-Staffeln in den Regionalligen geben. Damit würden insgesamt acht Startplätze wegfallen.

Dennoch wurde das Kompassmodell mit einer jährlich neuen Einteilung der Staffeln je nach geografischer Lage der Clubs in den Ligen Nord, West und Nordost mehrheitlich unterstützt. Der Südwesten stimmte für ein festes Regionenmodell, Bayern möchte eine völlig andere Lösung.

Aufgeben will die Initiative des Nordostens keinesfalls, auch wenn aktuell unklar ist, wann die Gespräche mit dem DFB wieder aufgenommen werden. „Wir hoffen auf den DFB, dass er mehr Führung übernimmt. Und die Regionalverbände so mitnimmt, damit es zur Lösung kommt. Ein Weiter so wird es mit uns nicht geben“, betonte Haeder.

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