Geopolitik

Streit droht zu eskalieren: J.D. Vance nennt Chinesen „Bauern“ – Peking kontert

Die Spannungen zwischen den USA und China verschärfen sich. Am Dienstag reagierte das chinesische Außenministerium auf die „respektlose“ Wortwahl des US-Vizepräsidenten.

4 Min
US-Vizepräsident J.D. Vance spricht nach einer Veranstaltung von US-Präsident Trump zur Ankündigung neuer Zölle im Rosengarten des Weißen Hauses.

US-Vizepräsident J.D. Vance spricht nach einer Veranstaltung von US-Präsident Trump zur Ankündigung neuer Zölle im Rosengarten des Weißen Hauses.

© Mark Schiefelbein/AP/dpa

China hat am Dienstag US-Vizepräsident J.D. Vance scharf kritisiert, weil er in einem Interview die chinesische Bevölkerung als „Bauern“ bezeichnet hatte. Das Interview löste im chinesischen Internet großen Unmut und Spott aus – und wurde mit Vances selbsternanntem „Hinterwäldler“-Hintergrund verglichen.

Im Gespräch mit Fox News verteidigte Vance am vergangenen Donnerstag die hohen Zölle von Präsident Donald Trump und wetterte gegen einige Handelspartner „Was hat die globalisierte Wirtschaft den Vereinigten Staaten von Amerika gebracht? Die Antwort lautet: Sie basiert im Grunde auf zwei Prinzipien: der Aufnahme enormer Schulden, um Dinge zu kaufen, die andere Länder für uns produzieren“, sagte Vance in der Nachrichtensendung „Fox & Friends“. Dann legte er nach und stieß viele Chinesen vor den Kopf: „Um es noch deutlicher zu machen: Wir leihen uns Geld von chinesischen Bauern, um die Dinge zu kaufen, die diese chinesischen Bauern herstellen.“

China: J.D. Vance mangelt es an Wissen und Respekt

Auf Vances Äußerungen angesprochen, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, am Dienstag bei einer Pressekonferenz: „Es ist erstaunlich und bedauerlich, dass dieser Vizepräsident so ignorante und respektlose Bemerkungen macht.“ China habe seine Position zu seinen Handelsbeziehungen mit den USA klar zum Ausdruck gebracht, fuhr er fort. „Worte, denen es an Wissen und Respekt mangelt, wie sie von diesem Vizepräsidenten geäußert werden, sind sowohl überraschend als auch bedauerlich“, so Lin Jian.

Die Spannungen zwischen beiden Ländern hatten sich zuletzt weiter verschärft. Trump drohte China am Montag mit weiteren drastischen Zöllen. Wenn Peking nicht bis Dienstag seine Importaufschläge von 34 Prozent auf US-Waren zurückziehe, würden am Mittwoch zusätzliche US-Zölle von 50 Prozent auf chinesische Einfuhren in Kraft treten, so Trump.

Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar hatte Trump bereits zwei Tranchen zusätzlicher Zölle in Höhe von zehn Prozent auf alle chinesischen Importe erhoben. Dies sei laut der US-Regierung notwendig, um den illegalen Fentanyl-Fluss aus dem Land in die USA einzudämmen. Letzte Woche kündigte Trump dann zusätzliche 34 Prozent auf alle chinesischen Waren an, die am Mittwoch in Kraft treten sollen. Sollte seine jüngste Drohung mit zusätzlichen 50 Prozent in Kraft treten, würden chinesische Waren, die in die USA gelangen, effektiv mit Zöllen von 104 Prozent belegt.

Von der Leyen warnt China vor Eskalation im Zollstreit

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte China vor einer Eskalation im Zollstreit mit den USA. Von der Leyen habe in einem Telefonat mit Chinas Ministerpräsident Li Qiang „zu einer Verhandlungslösung für die derzeitige Situation aufgerufen und betont, dass eine weitere Eskalation vermieden werden muss“, teilte die EU-Kommission am Dienstag mit.

China und Europa trügen als zwei der größten Märkte der Welt die Verantwortung, „ein Handelssystem zu unterstützen, das frei und fair ist und auf gleichen Wettbewerbsbedingungen beruht“, betonte von der Leyen nach Angaben der Kommission. Sie appellierte demnach an die Bedeutung von „Stabilität und Vorhersehbarkeit“ für die Weltwirtschaft.

China will im Handelsstreit mit den USA „bis zum Ende kämpfen“

Peking spiele zudem eine zentrale Rolle bei möglichen Umleitungseffekten der US-Zölle. Die EU befürchtet, dass durch eine Eskalation zwischen den USA und China mehr billige chinesische Produkte in Europa landen, hier die Preise drücken und damit heimischen Unternehmen den Rang ablaufen. Von der Leyen brachte im Telefonat mit Li demnach einen Mechanismus ins Spiel, um auf solche Umleitungseffekte zu reagieren.

Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums hatte am Dienstag angekündigt, China werde im Handelskonflikt mit den USA „bis zum Ende kämpfen“. Der Streit zwischen beiden Staaten war in den vergangenen Tagen weiter eskaliert. Auf Trumps Zölle in Höhe von 34 Prozent reagierte Peking mit Aufschlägen in gleicher Höhe, die am Donnerstag wirksam werden sollen. Trump drohte daraufhin mit zusätzlichen Zöllen von 50 Prozent auf chinesische Produkte. (mit AFP)

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner