Zu geringe Umsätze und zu wenig Nachfrage von Touristen

Fremdenverkehrsverband schließt einzige Zweigstelle

Julia Schmidt
2 Min

Die einzige Zweigstelle des Fremdenverkehrsverbandes Teltow-Fläming in Rangsdorf wird zum Jahresende schließen. Die beiden Mitarbeiter der Tourist-Information sollen dann in der Luckenwalder Geschäftsstelle arbeiten. "Die Schließung der Außenstelle ist eine rein finanzielle Entscheidung", sagt Geschäftsführer Traugott Heinemann-Grüder. Er findet diesen Schritt bedauerlich, aber notwendig. "Rangsdorf war als Standort nicht geeignet, die Umsätze stimmen nicht." Zwar verzeichnete die Filiale seit Inbetriebnahme 1997 jährlich eine deutliche Steigerungsrate, aber für den Verband rechnet sich deren Arbeit im Endeffekt nicht. "Die wenigsten Gäste, die sich hier informieren wollten, waren Touristen. Es kamen vor allem Alt-Rangsdorfer und Zuzügler", sagt der Geschäftsführer. Und für die sei schließlich die Kommune zuständig. "Nach neuesten Untersuchungen machen sich 90 Prozent der Touristen im Voraus mit ihrem Ziel vertraut, nur zehn Prozent wollen sich später vor Ort informieren", sagt Heinemann-Grüder In diesem Jahr bekam der Verband 475 000 Mark Unterstützung vom Kreis. "Wir müssen angesichts der finanziellen Situation das Geld so effizient wie möglich einsetzen." Fast alle Anfragen und Buchungen für Unterkünfte laufen laut Heinemann-Grüder über Telefon und Internet. "Da ist es egal, ob sie in Rangsdorf oder Luckenwalde ankommen." Die Hauptaufgabe sieht der Geschäftsführer in der bundesweiten Werbung für die Region, damit noch mehr Touristen kommen. Hier plant der Fremdenverkehrsverband weitere Investitionen, ebenso wie für den Ausbau eines effektiven Reservierungssystems. Aber auch die Information der Gäste vor Ort soll nicht vernachlässigt werden. "In gastronomischen Einrichtungen und touristischen Zentren entstehen im nächsten Jahr Info-Punkte, an denen die Besucher Material über die Region finden."Damit bezieht der Verband auch die Unternehmen mit in die Betreuung ein, die vom Tourismus profitieren. Die Info-Punkte soll es unter anderem im Schloss Diedersdorf, Kloster Zinna und im Bauernmuseum Blankensee geben. Auch bei Gastwirten und Hotelbesitzern bestehe Interesse, sagt Heinemann-Grüder. "Kommunen, denen das für die Entwicklung ihres Tourismus nicht reicht, können sich auch eigene Einrichtungen schaffen."

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