Sachsen-Anhalts Kulturpolitik hat in den vergangenen fünf Jahren deutlich an Gewicht gewonnen – finanziell wie strukturell. Bei einem Treffen mit rund 70 Vertreterinnen und Vertretern der Kulturszene zog Kulturstaatsminister Rainer Robra (CDU) in der Staatskanzlei Bilanz seiner Arbeit und skizzierte zugleich die kommenden Aufgaben.
Zentrale Botschaft: Kultur sei längst mehr als freiwillige Förderung, sondern ein „Fundament einer freien und offenen Gesellschaft“. Entsprechend ist auch der Kulturhaushalt des Landes gewachsen – von rund 125 Millionen Euro im Jahr 2017 auf etwa 193 Millionen Euro im Jahr 2026. Zwischenzeitlich lag er 2024 sogar bei über 212 Millionen Euro. Das Geld floss unter anderem in Theater, Stiftungen, Welterbestätten und Projekte der Industriekultur, aber auch in soziokulturelle Initiativen und kulturelle Bildung in der Fläche.
Von Rekordhaushalten bis zum Kulturfördergesetz
Auffällig ist dabei weniger nur die Höhe der Investitionen als deren strategische Ausrichtung: Neben etablierten Institutionen rückten verstärkt Projekte außerhalb der urbanen Zentren in den Fokus. Zudem profitierte das Land von Bundesmitteln, die über Kofinanzierungen nach Sachsen-Anhalt geholt wurden – etwa für den Masterplan des Gartenreichs Dessau-Wörlitz.
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Die Jahre der Corona-Pandemie markieren dabei eine Art Zäsur. Notprogramme, Digitalisierungsschübe und die langsame Rückkehr des Publikums hätten die Kulturlandschaft zwar belastet, aber auch widerstandsfähiger gemacht, so Robra. Mit dem neu verabschiedeten Kulturfördergesetz will das Land diese Entwicklung nun verstetigen. Es bündelt erstmals zentrale Regelungen, definiert Fördergrundsätze und soll Verfahren transparenter machen. Parallel dazu stellte Robra den aktuellen Kulturförderbericht 2021–2026 vor, der die Entwicklung der vergangenen Jahre systematisch dokumentiert.
Der Tenor des Treffens: Sachsen-Anhalt hat investiert, stabilisiert und strukturiert – doch die Frage bleibt, wie nachhaltig sich diese Kulturpolitik angesichts künftiger Haushalts- und Strukturdebatten behaupten wird.
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