„Liebe Brummi-Fahrer!“ Mit diesen Worten begrüßte Hubert Aiwanger an einem kalten Januarabend 2024 die Demonstranten vor dem Brandenburger Tor. Schneeflocken wirbelten durch die Luft, auf dem Platz des 18. März standen die Menschen dicht gedrängt zwischen Traktoren, Lastwagen und Handwerkerautos. Sie einte der Ärger über die Ampelregierung. Auf der Bühne stand einer, der diesem Ärger eine Stimme gab. Nun ist er im Alter von 55 Jahren gestorben. Er wurde am Mittwoch tot in einem Hotel in Berlin-Mitte gefunden.
Aiwanger, Jahrgang 1971, ein Diplom-Agrar-Ingenieur, war seit 2018 stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister in Bayern und führte dort als Landesvorsitzender die Freien Wähler.
Bei seinen Anhängern war er für seine direkte Ansprache und seine klaren Worte beliebt. Im Interview mit der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung und der Berliner Zeitung rechnete er scharf mit der Bundesregierung und mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ab. Er sprach noch im Mai mit uns über die Deindustrialisierung, die er der derzeitigen Politik mit CO₂-Abgabe und Verbrenner-Aus anlastete, über die AfD und über den Frust, der die Wähler zu ihr treibt.
Politik
Zum Tod von Hubert Aiwanger: Ein Mann der klaren Worte und der großen Kontroversen
Hubert Aiwanger suchte die Nähe zu denen, die mit der Politik haderten. Seine Anhänger schätzten seine direkten Worte, seine Kritiker warfen ihm Grenzüberschreitungen vor. Ein Rückblick.
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Hubert Aiwanger (Freie Wähler) war stellvertretender Ministerpräsident und bayerischer Wirtschaftsminister.
© IMAGO/Smith
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