Touristen sind arme Teufel. Früher standen sie mit ihren Faltplänen an den Straßenecken herum, in gesunden Schuhen und Regenjacken. Und heute? Heute sind sie im Würgegriff der Technik.Dabei kommt die so smart daher: In Form eines Taschen PC, genannt City Guide. Berlin-Touristen können sich das Gerät in einigen Hotels ausleihen. Laut Infoblatt lotst es den Besucher durch die Stadt und versorgt ihn mit Veranstaltungs- und Einkaufstipps.Blöd nur, dass es da einige Missverständisse zwischen Gast und Guide gibt. Wie bei der Frage nach dem Brandenburger Tor. Der Guide nennt drei Anlaufstellen: Die Brandenburger Straße in Schulzendorf, das Oranienburger Tor, Spandau, und die Neubrandenburger Straße, Wartenberg. Sollten Touristen durch Schulzendorf irren - seien Sie nachsichtig! Die Neue Nationalgalerie, wo die MoMA-Ausstellung läuft, kommt im Universum des Guides gar nicht vor. Und bei der Frage, wie man bequem vom Grand Hotel Esplanade zum Pariser Platz kommt, herrscht Ratlosigkeit. Auf dem Display erscheinen die Netzpläne von U-, S- und Straßenbahn. Das war's.Der altmodische Gast wendet sich nun an den Concierge des Hotels. Antwort: "Der 100er Bus bringt Sie in zehn Minuten zum Brandenburger Tor." Dazu gibt's noch einen Faltplan. Für alle Fälle. Touristen, die nicht so leicht in alte Gewohntheiten zurückfallen wollen, studieren dagegen ihren Guide. Irgendwann werden sie ihn verstehen und sogar zu schätzen wissen. Sie werden wissen, wie man Routen plant, wo coole Kneipen und Läden sind. Es kann nur sein, dass dann die Zeit für ihren Berlinbesuch verstrichen ist.
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