Zusammenhang zu Explosion vor vier Wochen möglich

Geldautomat der Postbank in Lankwitz aufgesprengt

Lutz Schnedelbach
3 Min

Nachdem vor vier Wochen Unbekannte in Wilmersdorf einen Geldautomaten sprengten und die Geldscheine verbrannten, explodierte gestern gegen drei Uhr wieder ein Automat - in einer Postbank in der Dillgesstraße in Lankwitz. Diesmal verbrannten die Scheine nicht. Durch die Wucht der Explosion wurde der Vorraum der Filiale stark beschädigt. Von den Tätern fehlt jede Spur. Wie viel Geld sie mitnahmen, ist noch unklar.Einen Monat lang geübt?Eine gemeinsame Ermittlungsgruppe der Brandenburger und der Berliner Polizei hat den Fall übernommen. Sie besteht aus 14 Ermittlern, die in den Landeskriminalämtern beschäftigt sind. Der Hauptsitz der Gruppe befindet sich in Eberswalde. Sie besteht seit dem Frühjahr 2005 und befasst sich auch mit länderübergreifender Eigentumskriminalität. Das Spektrum reiche von gestohlenen Geldautomaten und Villeneinbrüchen am Stadtrand Berlins bis zum Klau von Solaranlagen, hieß es gestern.Nach dem Geldraub in Lankwitz schließen die Ermittler nicht aus, dass es einen Zusammenhang zu dem Fall vor vier Wochen in einer Wilmersdorfer Filiale der Berliner Volksbank gibt. Es könnten dieselben Täter sein, hieß es. Polizisten waren damals davon ausgegangen, dass es sich nicht um Profis handelt. Noch sind jedoch nicht alle Bilder aus den Überwachungskameras in dem Vorraum der Filiale ausgewertet und alle technischen Untersuchungen abgeschlossen.Es könnte sein, dass dieselben Täter vier Wochen lang geübt haben, wie man einen Geldautomaten sprengt, ohne dass die Scheine dabei verbrennen, sagen Fahnder. Aufgesprengte Geldautomaten gab es bislang hauptsächlich in Norddeutschland und in Brandenburg. Zuletzt explodierten in Werder und Neuruppin mehrere Geräte.Die Methode wird von den Tätern nur selten angewandt. Der Grund: Bei der Explosion entsteht Feuer und damit Hitze. Die Gefahr, dass die in speziellen Fächern gelagerten Scheine im Automaten durch die hohen Temperaturen beschädigt werden, ist hoch. Bei der Spreng-Methode nutzen die Räuber explosive Gase, die sie über einen Schlauch in den Automaten leiten. Die Schläuche schließen sie an das Karteneinzugsfach an. Über diesen Schlitz strömt das Gas in den Automaten und breitet sich dort aus. Dann legen sie eine Zündschnur und brennen sie an. Wenn das Feuer den Schlitz erreicht hat, explodiert der Automat. Die Hersteller der Geräte versuchen, mit Gas-Sensoren eine Explosion zu verhindern. Diese schlagen beim Einleiten des explosiven Gases Alarm oder sorgen dafür, dass die Geldscheine mit Farbe besprüht und damit unbrauchbar gemacht werden.Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, Bauschaum im Automaten zu versprühen, der die Druckwelle einer Explosion abschwächt, sich dabei auf dem Geld ausbreitet und es beschädigt. Allerdings, so ein Mitarbeiter der Sparkasse, sei diese Sicherungstechnik sehr teuer und nicht bei jedem Automaten möglich.Die Täter kommen laut Polizei hauptsächlich aus Rumänien oder dem ehemaligen Jugoslawien. Sie plündern Automaten und brechen in Wohnungen oder Villen ein. Es gebe Banden, die sich auf beides spezialisiert haben, heißt es.

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