Sachsen

Zuschauen verboten: Marode DDR-Autobahnbrücke an der A14 wird gesprengt

Sprengung der Muldebrücke: Die A14 bei Grimma wird am 15. November rund drei Stunden gesperrt. Was Autofahrer zur Vollsperrung wissen müssen.

4 Min
Die Muldebrücke der A14 bei Grimma aus der Luft: Der westliche Abschnitt der alten Brücke aus DDR-Zeiten soll am 15. November gesprengt werden. Der Verkehr läuft über einen neuen Brückenteil direkt daneben.

Die Muldebrücke der A14 bei Grimma aus der Luft: Der westliche Abschnitt der alten Brücke aus DDR-Zeiten soll am 15. November gesprengt werden. Der Verkehr läuft über einen neuen Brückenteil direkt daneben.

© Sebastian Willnow/dpa

Wer die Sprengung der alten Muldebrücke an der A14 sehen will, muss das am Bildschirm tun. Einen öffentlichen Aussichtspunkt wird es nicht geben.

Am Sonntag, 15. November, soll der westliche Abschnitt der Autobahnbrücke bei Grimma einstürzen. Rund 223 Meter Beton und Stahl sollen dabei senkrecht in ein eigens aufgeschüttetes Fallbett stürzen.

Das teilten die Bund-Länder-Projektgesellschaft DEGES und die Stadt Grimma mit.

Warum die DDR-Brücke an der A14 weg muss

Die Muldebrücke zwischen den Anschlussstellen Grimma und Mutzschen wurde laut DEGES Anfang der 1970er-Jahre gebaut, also zu DDR-Zeiten. Sie ist rund 350 Meter lang und trägt seit mehr als 50 Jahren den Verkehr zwischen Leipzig und Dresden.

Geflickt wurde an ihr immer wieder, ihr Zustand wurde trotzdem schlechter. Mittelfristig sei die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben, erklärte die DEGES bereits vor Baubeginn.

Mit diesem Alter ist die Brücke in Sachsen kein Einzelfall. Auch die Dresdner Carolabrücke, die im September 2024 teilweise einstürzte, stammt aus den frühen 1970er-Jahren.

Der Verkehr rollt direkt daneben

Seit Herbst 2022 wird an der neuen Muldebrücke gebaut. Südlich der alten Brücke entstand zunächst ein neuer Überbau aus Stahl, der in mehreren Etappen über das Tal geschoben wurde.

Über diesen neuen Brückenteil wird der Autobahnverkehr geführt, solange die alte Brücke verschwindet. Er liegt unmittelbar neben dem Sprengort. Deshalb muss die A14 am Sprengtag dicht.

Sprengung am 15. November: 300 Meter Sperrkreis

Rund um die Brücke gilt ein Sicherheitsbereich mit einem Radius von 300 Metern. Darin darf sich während der Sprengung niemand aufhalten.

Wer im Sperrkreis wohnt, muss sein Haus vorübergehend verlassen, wie das Medienportal Grimma berichtet. Grimma und Trebsen suchen demnach noch nach Räumen, in denen Anwohner die Zeit überbrücken können.

Auch Drohnen und Boote auf der Mulde sind verboten. Die Lage vor Ort lasse keine sichere Beobachtung außerhalb des Sperrkreises zu, zitiert das Portal die DEGES. Stattdessen soll es am Sprengtag einen Livestream geben.

Eine Uhrzeit für die Sprengung wurde bislang nicht veröffentlicht.

A14 bei Grimma rund drei Stunden gesperrt

Die A14 wird voraussichtlich für etwa drei Stunden komplett gesperrt. Die Sperrung beginnt rund eine Stunde vor der Sprengung, der Verkehr wird über das nachgeordnete Straßennetz umgeleitet.

Dicht sind außerdem die Verbindungsstraße zwischen Bahren und Trebsen sowie die Staatsstraße 11 zwischen dem Abzweig Golzern und Schmorditz.

Nach dem Einsturz prüfen Ingenieure die neue Autobahnbrücke auf Schäden. Erst dann wird die A14 wieder freigegeben.

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So fällt die alte Muldebrücke

Seit Anfang September wird die Brücke Schicht für Schicht abgetragen, vom Asphalt bis zu den Fahrbahnplatten. Das Stück direkt über der Mulde wurde bereits abgetrennt und ausgehoben.

Jetzt werden die Pfeiler westlich des Flusses gezielt geschwächt. Das Fallbett aus Mineralgemisch fängt den Brückenabschnitt auf und schützt zugleich die Straße, die darunter verläuft.

Das Bauwerk ist laut DEGES bis zu 25 Meter hoch. Allein einer der beiden alten Überbauten wiegt rund 4200 Tonnen.

Verschoben würde der Termin nur bei Unwetter oder drohendem Hochwasser.

Was nach der Sprengung passiert

Die Trümmer werden zerkleinert und abtransportiert. Der Stahl geht ins Recycling, der gebrochene Beton soll bei späteren Bauprojekten wieder eingesetzt werden.

Bis April 2027 sollen die letzten Reste der alten Brücke abgerissen sein. Schon ab Februar 2027 entstehen die neuen Pfeiler.

Im Sommer 2027 soll der Verschub des zweiten neuen Stahlüberbaus beginnen – an der Stelle, an der heute noch die alte Brücke steht.

Was die neue A14-Brücke kostet

Beim Baustart 2022 waren rund 81 Millionen Euro veranschlagt, die vollständig der Bund trägt. Im vergangenen Jahr bezifferte DEGES-Sprecher Lutz Günther die Kosten gegenüber Radio Leipzig auf etwa 86 Millionen Euro.

Ursprünglich sollte alles 2027 fertig sein. Nach dem Bericht des Senders soll der Verkehr erst ab 2028 über beide neuen Brückenhälften fließen.

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