Zwei Überfälle auf Supermärkte in einer Stunde - jetzt ermittelt das Landeskriminalamt

Die Gangster klingelten am Hintereingang

Katrin Bischoff
3 Min

WITTSTOCK/VEHLEFANZ. Innerhalb von einer Stunde sind am Sonnabend zwei Supermärkte in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) und Vehlefanz (Oberhavel) überfallen worden. Bei den Gangstern handelt es sich offenbar um Serientäter, die beim zweiten Überfall eine größere Summe Bargeld erbeuteten. Eine speziell für Supermarktüberfälle gegründete Einsatzgruppe des Landeskriminalamtes (LKA) Brandenburg hat in beiden Fällen die Ermittlungen übernommen. Wittstock und Vehlefanz liegen direkt an der Autobahn. Die Orte sind rund 60 Kilometer voneinander entfernt. Es war Sonnabend gegen fünf Uhr, als sieben maskierte Täter durch den Hintereingang in eine "Kaufland"-Filiale in Wittstock eindrangen. Dort hielten sich drei Angestellte und zwei Lieferanten auf. Die Eindringlinge waren nach Angaben der Polizei mit Messern und Pistolen bewaffnet. Sie schlugen einen der Lieferanten mit einem Schlag auf den Kopf nieder und forderten Geld. Da die anwesenden Kaufland-Angestellten aber keinen Tresorschlüssel besaßen, mussten die Täter ohne Beute abziehen. Zuvor sperrten sie ihre Opfer in den Kühlraum, ohne den Raum zu verschließen. Die Eingesperrten konnten sich nach 20 Minuten selbst befreien und alarmierten die Polizei. Zu dieser Zeit waren die Räuber aber vermutlich schon zum nächsten Überfall unterwegs.Denn etwa eine Stunde später teilte ein aufgeregter Anrufer der Polizei mit, dass er soeben einen Überfall auf einen "Superspar"-Laden in Vehlefanz beobachtet habe. Diesmal waren es fünf Maskierte. Die Polizei schließt nicht aus, dass sie zu den Wittstocker Tätern gehören. In Vehlefanz klingelten die bewaffneten Männer an der Warenannahme. Eine ahnungslose Angestellte öffnete und musste ihnen das Geld aus dem Tresor aushändigen. Die Täter entkamen. Der Einsatz eines Fährtenhundes blieb erfolglos. Nach der Beschreibung der Angestellten, die einen der Täter offenbar auch unmaskiert sah, fertigte die Polizei ein Phantombild. Der südländisch aussehende Mann ist 20 bis 25 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß und schlank. "Die Täter sind sehr schnell. So vergingen bei dem Überfall in Vehlefanz zwischen dem ersten Anruf des Zeugen und der Alarmierung durch die Filialleiterin nur wenige Minuten", sagte LKA-Sprecher Peter Salender am Sonntag. Nach seinen Angaben verlaufen viele der Überfälle nach ähnlichem Muster - offenbar sind oft dieselben Täter am Werk. "Sie kommen meist in den späten Abend- oder frühen Morgenstunden und benutzen den Hintereingang", sagte Salender. Die Fluchtwagen würden dabei nicht direkt am Tatort geparkt. "Die Täter können so unbemerkt zu Fuß vom Tatort verschwinden. Und sie verhindern, dass ihre Autos durch Lieferwagen zugeparkt werden." Der Polizei kann bei der Fahndung nach Supermarkträubern erste Erfolge aufweisen. So wurden vor zehn Tagen nach einem Raub auf einen Norma-Markt in Strausberg vier Männer aus Berlin und Brandenburg festgenommen. Salender: "Die Ermittler rechnen ihnen 14 Überfälle zu." (kbi.)

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