Zwei weitere Projekte der Friedrichstraße feiern Richtfest / Leipziger Straße macht sich dünne

Zuwachs an der Bummelmeile

Ulrich Paul
2 Min

Die Friedrichstraße ist auf dem besten Wege zur neuen Bummelmeile. Gestern wurden wieder Richtfeste gefeiert: beim Atrium an der Ecke Leipziger Straße und beim Philip-Johnson-Haus am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie.Feierlich geschmückt mit weißen, blauen und gelben Luftballons präsentierte sich das Atrium-Projekt der Hamburger ECE Projektmanagement. Die Gäste des Richtfestes konnten dabei einen ersten Blick in die 45 Meter lange und 30 Meter hohe Eingangshalle werfen, die von einem großen Glasdach überspannt wird. Sie ist das Herzstück des 250 Millionen Mark teuren Projekts. Das achtstöckige Haus mit 20 000 Quadratmetern Büroraum soll im Frühjahr nächsten Jahres eröffnet werden. Im Erdgeschoß sind Geschäfte und ein Restaurant oder Cafe geplant. Außerdem entstehen in dem Gebäude mit der Muschelkalkfassade noch zwölf Wohnungen. Passanten können künftig unter Arkaden einen Schaufensterbummel unternehmen. Äußerlich paßt sich der Neubau, der vom Hamburger Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner stammt, in das blockartige Stadtbild der Friedrichstraße ein. An das ehemalige "Equitable Building" auf dem Grundstück soll ein gläserner Eckturm erinnern.Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) lobte den Dachstuhl des Hauses, der "voll von Licht und Transparenz" sei. Die Friedrichstraße werde wieder zu dem, was sie einmal war: zur wichtigsten Einkaufs- und Amüsiermeile im Herzen Berlins. Besonders erfreut zeigte sich der Regierende darüber, daß im Atrium 700 Menschen einen Arbeitsplatz finden werden. Vorausgesetzt, alle Büros werden vermietet.Mit dem Bau des Atriums hat Berlin zugleich den Startschuß für den Rückbau der Leipziger Straße zwischen Leipziger Platz und Spittelmarkt gegeben. Die Asphaltpiste wird von einer achtspurigen Verkehrstrasse auf ihre historische Breite von 22 Metern und vier Fahrspuren verkleinert. Die dadurch frei werdenden Flächen sollen wieder bebaut werden. Um die Verkleinerung hatte es vor Jahren heftigen Streit gegeben. Vor allem die CDU hatte sich gegen den Rückbau ausgesprochen. Auf den Streit ging Diepgen gestern nur am Rande ein. Er äußerte, der Rückbau sei nicht "unumstritten" gewesen. Auf dem entwidmeten Teil könne aber nun auch "dieses schöne Gebäude entstehen".Ein paar hundert Meter vom Atrium entfernt wurde gestern nachmittag der Richtkranz am Philip-Johnson-Haus gehißt. Es ist das erste von fünf Häusern des American Business Centers am Checkpoint Charlie und soll im Sommer 1997 fertig sein. Die Investitionskosten belaufen sich auf 1,1 Milliarden Mark. +++

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