Vielleicht haben ja die Titel was mit dem Misserfolg zu tun: "Atmet Brut", "Tsunami oder die maximale Mitmenschlichkeit" und "Der Atomheinz - ein deutsches Mährchen" sind nicht gerade Brüller, wenn es darum geht, ein größeres Publikum anzulocken oder Redakteure beziehungsweise Juroren zu überzeugen. So heißen einige der Filme, die ab Montag im Kino Babylon in Mitte beim "Festival des gescheiterten Films" gezeigt werden.Das Festival ist für viele Regisseure, deren Filme sowohl von Fernsehsendern als auch von Filmverleihern und Juroren bei Festivals abgelehnt wurden, die letzte Chance, doch noch ein Publikum zu finden. Ausgedacht hat sich die Veranstaltung der Münchner Hartwig Müller, der das Festival vor fünf Jahren aus purem Eigennutz gegründet hat und inzwischen damit in acht Städten auf Deutschland-Tournee ist. Der Schauspieler und Theaterregisseur wollte seine eigenen Filme zeigen, im ersten Jahr kam aber keiner. Inzwischen hat die Veranstaltung mit ihrem Mix aus Spaß und Schadenfreude, die Kost jenseits des Kino- und Fernsehmainstreams bietet, ihr Publikum gefunden.Rund hundert Filme wurden für die diesjährige Staffel eingereicht, abgelehnt wird keiner. "Sonst wäre es nicht das Festival des gescheiterten Films", sagt Sprecherin Hella Möhring. Allerdings muss der Regisseur den Anspruch gehabt haben, eine hochwertige Arbeit zu schaffen. Gescheiterte Filme hätten nichts mit schlechter Qualität zu tun, so Möhring. Im Gegenteil: Je höher der Anspruch, desto tiefer der Fall, will heißen, desto wahrscheinlich das Scheitern.Einen Preis gibt es auch, die Zuschauer können die Filme im Internet bewerten. Es gewinnt nicht das Werk mit der besten Wertung, sondern jenes, das am kontroversesten beurteilt wurde.------------------------------Festival des gescheiterten Films: Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 4.-10. Januar. Karten unter 2 42 59 69.------------------------------Foto: Das Experimentaldrama "Der Atomheinz" wird am 4. Januar gezeigt.
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