Am Sonnabendnachmittag war es bemerkenswert bunt und laut in der Kleinstadt Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Etwa 220 queere Menschen und Unterstützer zogen am 16. Mai hinter einem Wagen mit Musik vom Bahnhof in die Innenstadt und wieder zurück. Sie forderten mit Parolen und Redebeiträgen Gleichberechtigung und eine größere Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, nonbinären, asexuellen und Transgender-Personen.
Wie schon beim ersten CSD 2025 hatte sich auch diesmal eine Gegendemonstration aus der rechtsextremen Szene angemeldet. Doch daran nahmen nur circa 20 Personen teil. Ein Aufgebot von rund 100 Polizisten sorgte dafür, dass sich die beiden Demonstrationszüge nicht begegneten, der Parchimer CSD am 16. Mai blieb ohne Zwischenfälle.
Missis Ginee ist für Queerness nach Parchim gezogen
Der CSD in Parchim bildete den Auftakt für die CSDs 2026 im Land vor dem Hintergrund einer enorm gestiegenen Zahl von Straftaten gegen queere Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. 2023 registrierte die Polizei noch 14, im Jahr 2025 waren es schon 56.
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Organisiert hat diesen zweiten CSD in der mecklenburgischen Kleinstadt mit rund 18.000 Einwohnern die Drag Queen Missis Ginee, mit bürgerlichem Namen Sebastian. Der gebürtige Stralsunder, der mit einem Mann verheiratet ist, zog nach dem ersten CSD 2025 aus Potsdam nach Parchim um.
Drag Queen Missis Ginee (m.), hier mit Electra Pain (l.) vor dem CSD-Wagen in Parchim mit dem Motto "Liebe kennt keinen Ort".
© Katja Frick
„Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, queeren Menschen in Parchim eine Stimme zu geben“, sagte er nach der CSD-Demonstration der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. „Es ist schwer für queere Menschen, hier in der Kleinstadt zu leben. Ich verstecke mich nicht, aber ich möchte, dass auch andere queere Parchimer den Mut haben, sich hier offen zu zeigen.“
Drag Queen Electra Pain hat CSD in Parchim unterstützt
Die übergroße Zahl der Demonstrationsteilnehmer war für den CSD aus anderen Orten in die Kreisstadt gereist. So wie die bekannte deutsche Drag Queen Electra Pain aus dem Raum Frankfurt am Main.
Als Drag Queen steht sie oft als schillernder Showact auf der Bühne. Sie hat sich zudem einen Namen gemacht als engagierte Botschafterin für Toleranz, Vielfalt und die LGBTQ+-Community. Am Abend feierte die queere Communitiy noch eine große Party in der kleinen Stadt.
Polizei begleitete den CSD am 16. Mai in Parchim. Die Zahl der Straftaten gegen queere Menschen ist in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren gestiegen.
© Katja Frick
Die nächsten CSDs im Land Mecklenburg-Vorpommern finden am 13. Juni in Waren, am 27. Juni in Greifswald, am 4. Juli in Schwerin und am 18. Juli in Rostock statt.
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