Vermisstensuche

Zweitklässler lösen mit Ausflug ins Maisfeld großen Polizeieinsatz aus

Zwei Grundschüler kamen nach dem Unterricht nicht nach Hause und lösten unbeabsichtigt eine groß angelegte Suche mit Polizeihubschrauber und Wärmebildkamera aus.

3 Min
Ein Maisfeld im Spätsommer 2026 in Mecklenburg-Vorpommern

Ein Maisfeld im Spätsommer 2026 in Mecklenburg-Vorpommern

© Katja Frick/Ostdeutsche Allgemeine

Zwei Zweitklässler haben mit einem unangekündigten Ausflug in ein Maisfeld einen umfangreichen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Jungen besuchen eine Grundschule in Mewegen, einem Ortsteil der Gemeinde Rothenklempenow im Landkreis Vorpommern-Greifswald.

Nach Ende des Unterrichts waren die beiden Schüler am Montag, 14. September, nicht wie gewohnt in den Schulbus gestiegen. Als sie nicht nach Hause kamen, meldeten ihre Eltern sie kurz nacheinander bei der Polizei als vermisst. Gegen 14.30 Uhr begann daraufhin eine intensive Suche.

An der Suche beteiligten sich Kräfte der Landes- und Bundespolizei, örtliche Kontaktbeamte sowie ein Diensthundeführer. Auch ein Polizeihubschrauber wurde angefordert.

Die Jungen wollten ein Abenteuer erleben – hat geklappt

Mitschüler lieferten schließlich den entscheidenden Hinweis: Die beiden Jungen hatten offenbar vor, ein Maisfeld hinter der Schule aufzusuchen.

Der Polizeihubschrauber traf gegen 15.30 Uhr am Einsatzort ein. Mithilfe einer Wärmebildkamera konnten die Beamten die Kinder am Rand des Maisfeldes ausfindig machen. Rund zehn Minuten später kamen die beiden Zweitklässler aus dem Feld. Sie waren unverletzt und konnten ihren Erziehungsberechtigten übergeben werden.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Anders als zunächst in einigen Medien dargestellt, hatten die Kinder in dem Feld nicht die Orientierung verloren. Cindy Trehkopf, Sprecherin der Polizeiinspektion Anklam, stellte auf Nachfrage der OAZ klar: „Die beiden haben sich nicht verlaufen, sondern sind nach der Schule in das Maisfeld gegangen, um ein bisschen Abenteuer zu erleben.“

Insgesamt sollen sich die Jungen etwa drei Stunden lang in dem Maisfeld aufgehalten haben. Nach Angaben der Polizei waren sie sichtlich aufgelöst und vom Ausmaß des Einsatzes so schockiert, dass sie sogar das Angebot, sich den gelandeten Polizeihubschrauber aus der Nähe anzusehen, ablehnten. Wenig später wurden sie wohlbehalten nach Hause gebracht.

Die Polizeisprecherin kann sich an keinen vergleichbaren Fall in ihrem Bereich erinnern, aber es gibt immer wieder Suchen nach Kindern in Maisfeldern.

Ähnlicher Fall vor einem Jahr in Brandenburg

Im August 2025 hatte ein vermisstes Kind in Brandenburg einen vergleichbaren Sucheinsatz ausgelöst. Dort hatte sich ein fünfjähriger Junge bei einem Spaziergang in einem Waldgebiet bei Bad Freienwalde unbemerkt von seinen Eltern entfernt. Nachdem deren eigene Suche erfolglos blieb, alarmierten sie gegen 20 Uhr die Polizei.

Ein Airbus-Polizeihubschrauber des Typs H 145 (Symbolfoto)

Ein Airbus-Polizeihubschrauber des Typs H 145 (Symbolfoto)

© Wolfram Kastl/dpa

Die Beamten suchten unter anderem mit einem Hubschrauber nach dem Kind. Dessen Besatzung entdeckte den Jungen schließlich rund 700 Meter vom Ausgangspunkt entfernt in einem Maisfeld. Nach einer kurzen medizinischen Untersuchung konnten die erleichterten Eltern ihren Sohn wohlbehalten wieder in die Arme schließen.

Anders als die beiden Zweitklässler in Mewegen war der Fünfjährige allerdings nicht absichtlich in das Feld gegangen: Er hatte sich zuvor während des Spaziergangs von seinen Eltern entfernt.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner