Die Sommerferien sind nun auch in Mecklenburg-Vorpommern offiziell vorbei, und für viele Familien begann am Montag wieder der Schulalltag. Für 13.300 Mädchen und Jungen im Land ist es der erste Schultag überhaupt. Die passenden Feierlichkeiten dazu fanden vielerorts bereits am Samstag statt, als zahlreiche Grundschulen im Nordosten die Einschulung ihrer neuen Erstklässler zelebrierten.
Ein landesweit vorgeschriebener Termin ist dieser Tag allerdings nicht. In MV entscheiden die Schulen selbst, ob sie die Feier am letzten Sonnabend der Sommerferien oder erst am Ende der ersten Schulwoche veranstalten. Fest steht aber, dass die Schuleinführung mit bunten Programmen, prallen Schultüten und großen Familienfesten traditionell am Samstag gefeiert wird, das hat vor allem im Osten Deutschlands eine lange Geschichte. In Sachsen ist es sogar ganz offiziell geregelt, dass erst nach der Übergabe der Zuckertüte der normale Unterricht am darauffolgenden Montag beginnt. Im Westen des Landes ist die Einschulung dagegen zumeist weniger pompös.
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Neue Regeln, neue Betreuung, weniger Kinder
Insgesamt starteten an diesem Montag in MV 163.600 Kinder und Jugendliche an den 561 allgemeinbildenden Schulen des Landes in den Unterricht. Das sind rund 1.300 Schüler weniger als im vergangenen Schuljahr. Besonders deutlich zeigt sich dieser Rückgang bei den Schulanfängern. 2025 wurden noch 14.600 Kinder eingeschult, in diesem Jahr sind es 1.300 weniger.
Der demografische Wandel ist damit längst keine Zukunftsprognose mehr, sondern in den Klassenzimmern angekommen. Nach Angaben des Schweriner Bildungsministeriums wird die Zahl der Kinder in Kitas und der Kindertagespflege bis 2035 um 29 Prozent zurückgehen. Weniger Kinder heute bedeuten unweigerlich weniger Schüler von morgen.
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Mehr Zeit in der Schule
Die Schüler haben in diesem Schuljahr aber nicht nur weniger Mitschüler. Neben den sinkenden Schülerzahlen bringt es auch einige spürbare Veränderungen mit sich, und die betreffen unter anderem die Erstklässler. So gilt für die ersten Klassen seit dem 1. August ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.
Dieser umfasst grundsätzlich acht Stunden täglich an fünf Wochentagen (inklusive Unterrichtszeit) und gilt auch in den Ferien. Bis zu 50 zusätzliche Betreuungsstunden können beantragt werden. Jahr für Jahr wächst das Angebot nun stufenweise mit, bis ab dem Schuljahr 2029/30 alle Grundschüler davon profitieren. Das bringt vor allem für berufstätige Eltern und Alleinerziehende mehr Verlässlichkeit.
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Strengere Regeln bei Versetzungen
Neu sind auch die Regeln für die Versetzung. In der Grundschule entscheidet künftig die Klassenkonferenz über das Verbleiben in der Schuleingangsphase. Der alleinige Wille der Eltern reicht nicht mehr aus. Auch an Gymnasien und Regionalen Schulen zieht Schärfe ein. Schlechte Noten in den Kernfächern Deutsch, Mathematik oder der ersten Fremdsprache lassen sich künftig nicht mehr einfach durch gute Leistungen in Fächern wie Sport oder Kunst ausgleichen. Defizite sollen nicht länger kaschiert werden, das ist die Botschaft dahinter.
Mehr Praxis für Jugendliche
Das neue Schuljahr bringt zudem Veränderungen für Jugendliche, die sich mit dem klassischen Schulalltag schwertun. Genau für sie, ungefähr 350 Schüler, startet an 32 Regionalen und Gesamtschulen die neue „Praxisorientierte Berufsreife“. Das Konzept setzt stärker auf praktisches Lernen: Drei Tage verbringen die Jugendlichen in der Schule, zwei Tage lernen sie in einem Betrieb oder einer Einrichtung. Bei entsprechenden Leistungen bleibt anschließend der Weg zur Mittleren Reife offen.
An beruflichen Schulen steht der Übergang in die Ausbildung ebenfalls stärker im Fokus. Demnach soll mit „Ausbildungsvorbereitung dual“ Jugendlichen, die noch keinen direkten Ausbildungsplatz gefunden haben, durch Unterricht, praktische Erfahrungen und individuelle Begleitung der Einstieg ins Berufsleben erleichtert werden.
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Das Handy bleibt ein Streitpunkt
Und dann ist da noch das Smartphone. Eine verbindliche landesweite Verbotsregel gibt es nach wie vor nicht, die Schulen entscheiden selbst. Das Land empfiehlt allerdings, private Smartphones bis einschließlich der neunten Klasse zu Hause zu lassen oder im Unterricht und in den Pausen wie auch schulischen Veranstaltungen wegzulassen. Ausnahmen sind möglich, wenn eine Lehrkraft das Smartphone für eine bestimmte Lernsituation erlaubt.
In den Klassen zehn bis zwölf sollen die Schulen eigene Regeln festlegen – etwa über bestimmte Nutzungszeiten.
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Trotz weniger Schüler: Die Probleme bleiben
Weniger Schüler bedeuten nicht automatisch weniger Probleme. Vergangenes Schuljahr waren an den allgemeinbildenden Schulen rund 12.000 Lehrkräfte im Einsatz, gleichzeitig fielen knapp drei Prozent der Unterrichtsstunden aus. Im Frühjahr hatte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) einen Lehrkräftemangel eingeräumt. Sinkende Schülerzahlen könnten die Lage langfristig etwas entlasten, kurzfristig lösen sie das akute Personalproblem aber nicht.
Für die 163.600 Schüler beginnt nun aber erst einmal ein neues Schuljahr, für die meisten mit neuen Stundenplänen, neuen Lehrern und alten Freunden. Und für 13.300 ABC-Schützen im Land ist am Montag ihr erster Schultag zu ende gegangen.
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