2. Bundesliga

0:3 in Kiel: Nicht der Wind entscheidet, sondern ein Dynamo-Fehlschuss vom Punkt

An der stürmischen Förde wird nicht der Wind zum Faktor, sondern ein Fehlschuss vom Punkt: Kapitän Niklas Hauptmann verpasst den Ausgleich für Dynamo Dresden.

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Sinnbild der Niederlage: Vincent Vermeij am Boden – Dynamo Dresden ließ in Kiel wichtige Tormöglichkeiten ungenutzt.

Sinnbild der Niederlage: Vincent Vermeij am Boden – Dynamo Dresden ließ in Kiel wichtige Tormöglichkeiten ungenutzt.

© Susanne Huebner/Fotoagentur Hu/Imago

Mit dem Rückenwind des Derbysieges gegen den 1. FC Magdeburg war Dynamo Dresden nach Kiel gereist. Dort blies den Sachsen allerdings schon vor dem Anpfiff ein kräftiger Sturm entgegen. Die angekündigten heftigen Böen blieben nicht aus. Hinter der Baustelle der Gegentribüne bewegten sich die Bäume unablässig, dazu wechselten sich Sonne und Regen ab. Selbst beim Schlusspfiff war der Wind noch deutlich zu spüren. Als Erklärung für die 0:3 (0:1)-Niederlage taugt er allerdings nicht.

Denn nicht der Wind nahm entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Partie, sondern ein Fehlschuss vom Elfmeterpunkt. Dynamo hatte nach der Pause die große Chance, das Spiel auszugleichen. Doch Kapitän Niklas Hauptmann scheiterte in der 63. Minute an Kiel-Keeper Timon Weiner. Statt des möglichen 1:1 kassierten die Dresdner in der Schlussphase zwei weitere Gegentore und verloren an der Förde mit 0:3.

Holstein Kiel mit besserem Start gegen Dynamo

Unverdient war das nicht. So erwischten die Gastgeber den besseren Start und ging in der neunten Minute in Führung. Giorgi Kvilitaia, der erstmals in der Startelf stand, nutzte eine etwas glückliche Ablage von Phil Harres. Der Georgier zog halbrechts vor dem Strafraum mit rechts ab. Dynamo-Keeper Lennart Grill war zwar noch am Ball, konnte den Einschlag im langen Eck aber nicht verhindern. Für Kvilitaia war es das erste Tor im Trikot der Störche.

Die Führung war verdient. Kiel investierte in der ersten Halbzeit mehr, erspielte sich weitere Möglichkeiten und hätte den Vorsprung ausbauen können. Dynamo hatte zwar mehr Ballbesitz, fand gegen die Kieler Defensive aber kaum Lücken. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich bot sich in der 21. Minute: Holstein-Keeper Timon Weiner rutschte bei einem Klärungsversuch aus, Ben Bobzien legte den Ball auf Niklas Hauptmann quer. Doch Dynamos Kapitän zögerte zu lange, sodass ein Verteidiger den Abschluss blocken konnte.

Nach der Pause kam Dresden besser ins Spiel und drängte auf den Ausgleich. In der 55. Minute scheiterte Hauptmann aus kurzer Distanz mit einer Großchance an Weiner, der mit einer starken Fußabwehr rettete. Wenig später bekam Dynamo nach einem Foul an Bobzien die nächste Gelegenheit. Der Angreifer war halblinks in den Strafraum gedribbelt, ehe ein Kieler Verteidiger ihn bei einer Grätsche traf. Der Elfmeterpfiff war folgerichtig.

Doch Hauptmann ließ die eingangs beschriebene große Chance liegen. Hatte der Dresdner Kapitän eine Woche zuvor gegen den 1. FC Magdeburg noch sicher zum frühen 1:0 verwandelte, schoss er gegen Kiel flach und ohne viel Druck nach rechts. Weiner ahnte die Ecke und hielt den Versuch sicher fest. Es war eine Schlüsselszene: Dynamo hätte die Partie ausgleichen können, stattdessen blieb Kiel in Führung. Die Gäste ließen sich vom Fehlschuss zwar nicht entmutigen und drängten weiter, belohnten sich für ihre Bemühungen aber nicht.

Dynamo Dresden kassiert noch zwei späte Gegentore

In der 73. Minute schlugen die Kieler Joker zu. Fares Chaibi Alidou flankte von rechts nahe der Grundlinie vor das Tor, Dynamos Kevin Müller klärte den Ball per Kopf nicht weit genug. William Therkelsen kam an die Kugel und zog direkt ab. Sein Schuss wurde abgefälscht und schlug im linken Winkel ein. In der 85. Minute machte Holstein den 3:0-Erfolg perfekt: Therkelsen setzte sich nach einem langen Ball auf der linken Seite durch und flankte vor das Tor. Phil Harres traf aus kurzer Distanz per Kopf, auch diesmal war Grill noch am Ball, konnte den Treffer aber nicht verhindern.

So verpuffte Dynamos Rückenwind aus dem Derby an der Kieler Förde. Der Wind war allgegenwärtig, aber nicht der Faktor, der das Spiel entschied. Ausschlaggebend waren die vergebenen Dresdner Großchancen und die größere Konsequenz der Kieler vor dem Tor.

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