Edelmetalle

10.000 Euro in Gold investiert – so viel ist davon heute noch übrig

Goldpreis fällt unter 3800 Euro je Feinunze. Was die Reisebank-Goldstudie 2026 zeigt und wie Anleger Gold nach einem Jahr steuerfrei verkaufen.

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Ein Krügerrand ist heute deutlich weniger wert als im Frühjahr: Seit März ist der Goldpreis um fast 15 Prozent gefallen.

Ein Krügerrand ist heute deutlich weniger wert als im Frühjahr: Seit März ist der Goldpreis um fast 15 Prozent gefallen.

© Imago

Wer im März 10.000 Euro in Gold gesteckt hat, besitzt heute rechnerisch noch rund 8500 Euro. Fast 1500 Euro sind seitdem verschwunden – einfach, weil der Goldpreis gefallen ist.

Für ganz Deutschland geht es um andere Dimensionen. Der private Goldschatz im Land hat seit dem Frühjahr rund 215 Milliarden Euro an Wert verloren. Das ergibt eine Berechnung der Berliner Zeitung.

9173 Tonnen: Deutsche besitzen mehr Gold als die Bundesbank

Grundlage ist die „Studie Goldinvestments 2026“, die das CFin-Institut der Steinbeis-Hochschule Berlin im Auftrag der Reisebank erstellt hat. Befragt wurden 2000 Erwachsene, die Werte sind auf die Bevölkerung hochgerechnet.

Demnach halten Privathaushalte 9173 Tonnen Gold. Das ist fast dreimal so viel, wie die Bundesbank lagert.

Ende August meldete die Reisebank dafür einen Rekordwert von mehr als 1,4 Billionen Euro. Gerechnet wurde allerdings mit dem Goldpreis vom 10. März: 4457,35 Euro je Feinunze, damals ein Rekord in Euro.

Goldpreis aktuell: fast 15 Prozent unter dem Rekord

Am Dienstagmorgen kostete die Feinunze laut goldpreis.de rund 3793 Euro. Mit diesem Kurs schrumpft das private Goldvermögen von 1,44 auf rund 1,22 Billionen Euro.

Barren, Münzen und Goldpapiere kommen noch auf etwa 772 Milliarden Euro statt 907 Milliarden. Goldschmuck fällt von 532 auf rund 453 Milliarden Euro.

Verloren hat allerdings nur, wer verkauft. Wer vor zwei Jahren eingestiegen ist, liegt trotz des Rückgangs weiter klar im Plus.

Warum der Goldpreis gefallen ist

Sein Allzeithoch erreichte Gold am 29. Januar mit rund 5600 Dollar je Feinunze. Schon am Tag danach kam es zum heftigsten Ausverkauf seit Jahrzehnten: Der Preis sackte an einem einzigen Tag um rund neun Prozent ab.

Aktuell liegt der Kurs bei rund 4350 Dollar. Belastet haben vor allem der starke Dollar und die Erwartung, dass die Zinsen in den USA länger hoch bleiben. Gold wirft keine Zinsen ab und verliert dann an Reiz.

Gold im Frühjahr gekauft? Diese Frist zählt jetzt

Die Studie zeigt auch: Vielen Goldbesitzern fehlt grundlegendes Steuerwissen. Dabei ist die wichtigste Regel einfach.

Wer Barren oder Anlagemünzen länger als ein Jahr besitzt, zahlt auf den Verkaufsgewinn keine Steuer. So steht es in Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes.

Für Frühjahrskäufer heißt das: Nervosität ist jetzt ein schlechter Ratgeber. Wer im März gekauft hat und bis März 2027 durchhält, kann jeden späteren Kursgewinn komplett steuerfrei mitnehmen.

Wer früher verkauft, versteuert einen Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz. Die Freigrenze liegt bei 1000 Euro im Jahr, und zwar für alle privaten Verkaufsgeschäfte zusammen. Wird sie um einen Euro überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.

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Ein Verlust innerhalb der Jahresfrist lässt sich wiederum nur mit ähnlichen Gewinnen verrechnen, etwa aus Kryptowährungen. Mit Aktiengewinnen geht das nicht.

Anlagegold ist in Deutschland von der Mehrwertsteuer befreit. Für Goldfonds und viele Zertifikate ohne Lieferanspruch gilt dagegen in der Regel die Abgeltungsteuer. Wichtig für alle: Kaufbelege aufbewahren, nur damit lässt sich die Haltefrist beim Finanzamt belegen.

Gold verkaufen: Händler zahlen weniger als den Börsenkurs

Das 10.000-Euro-Beispiel von oben ist noch freundlich gerechnet. Beim Kauf zahlen Anleger ein Aufgeld über dem Goldpreis, beim Verkauf bietet der Händler meist etwas weniger als den Tageskurs.

Der tatsächliche Verlust liegt deshalb oft höher als der rechnerische. Wer verkaufen will, sollte die Ankaufspreise mehrerer Händler am selben Tag vergleichen.

Junge Anleger trifft der Rückgang am härtesten

Überraschend ist, wer in Deutschland am stärksten auf Gold setzt. Bei den unter 34-Jährigen macht Gold im Schnitt mehr als ein Fünftel des Vermögens aus, bei den über 45-Jährigen weniger als 15 Prozent.

Das Kursrisiko trifft deshalb nicht zuerst die Oma mit dem Krügerrand in der Schublade, sondern junge Menschen, die spät und teuer eingestiegen sind.

Zuletzt hat nur noch jeder siebte Befragte Gold gekauft. Die Beträge sind aber gestiegen: Ein Viertel der Käufe lag über 4500 Euro, 2024 lag diese Schwelle noch bei 2500 Euro.

Goldpreis-Prognose: Was Experten erwarten

Der Gold-Stratege Ronald-Peter Stöferle vom Vermögensverwalter Incrementum hält das Edelmetall im Interview mit finanzen.net weiterhin für „extrem günstig". Er setzt auf die anhaltenden Goldkäufe der Notenbanken.

Charttechniker sind vorsichtiger. Sie sehen Gold in einer Spanne zwischen 4000 und 5000 Dollar. Erst ein Rutsch unter 3900 Dollar würde laut einer Analyse von Kagels Trading auf einen echten Abwärtstrend hindeuten.

Wer sein Gold in den nächsten Monaten zu Geld machen muss, sollte sich auf keine dieser Prognosen verlassen. Gold taugt als Absicherung über Jahre, als kurzfristige Geldanlage hat es 2026 viele enttäuscht.

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

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