Das Bard College Berlin hat acht Studentinnen und Studenten aus Ländern aufgenommen, für deren Staatsbürger derzeit Einreisebeschränkungen in die USA gelten. Wie die private Universität auf ihrer Website mitteilte, handelt es sich um junge Menschen aus Afghanistan, Haiti, dem Iran, Somalia, dem Südsudan und dem Jemen. Sie waren ursprünglich an renommierten US-Universitäten angenommen worden, konnten ihr Studium dort aber nicht antreten, nachdem die US-Regierung unter Präsident Donald Trump die Einreise für Staatsangehörige aus diesen Ländern untersagt hatte.
Das College in Berlin-Pankow bot den Betroffenen kurzfristig Plätze im Rahmen des Programms „Begin in Berlin“ an. Damit können sie laut der Mitteilung ihr Studium zunächst in Deutschland aufnehmen, dort Creditpoints erwerben und diese später an eine US-Universität übertragen. Unterstützt werden sie durch das Sheldon Davis UWC Scholars Program, das Absolventinnen und Absolventen der United World Colleges (UWC) finanzielle Förderung für ein Studium im Ausland bietet.
„Ich lasse nicht zu, dass eine Grenze meinen Ehrgeiz begrenzt“
„Als afghanisches Mädchen, dem das Studium in der Heimat verboten ist, schätze ich diese Chance sehr“, wird die Studentin Mina zitiert, die zuvor an der UWC East Africa studiert hatte. Ish, der am UWC Atlantic in Wales studierte, sagte laut der Mitteilung: „Ich lasse nicht zu, dass eine Grenze meinen Ehrgeiz begrenzt. Ich bleibe entschlossen, voranzukommen.“
Auch James aus dem Südsudan, der seit seiner Flucht 2013 in einem Flüchtlingslager in Uganda lebt, betonte, Bildung sei für ihn der einzige Weg aus der Perspektivlosigkeit. Turfa aus Afghanistan erklärte, sie sehe ihre Möglichkeit, in Berlin zu studieren, „als Versprechen an die Mädchen in Afghanistan, eines Tages für ihre Rechte einzutreten“.
„Ihr Beitrag bereichert unsere akademische Gemeinschaft“
„Die Studierenden bringen außergewöhnliche Erfahrungen und Entschlossenheit mit“, sagte Prof. Dr. Dorothea von Hantelmann, kommissarische Dekanin des Bard College Berlin. „Ihr Beitrag bereichert unsere akademische Gemeinschaft und verkörpert den Geist internationaler Solidarität und Bildungsgerechtigkeit, für den das College steht.“
Das Bard College Berlin ist eine staatlich anerkannte private Universität mit Sitz in Berlin-Pankow. Sie gehört zur Bard-College-Gruppe mit Hauptsitz im US-Bundesstaat New York und bietet deutsch-amerikanische Studiengänge in den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an.
Unter der Regierung von Trump gelten seit 2025 verschärfte Visa- und Einreisebeschränkungen für Staatsangehörige mehrerer Länder, darunter Afghanistan, Iran, Somalia, Libyen, Sudan und der Jemen. Nach Angaben des US-Außenministeriums sind Studierende und Forschende davon besonders betroffen, wenn sie aus Staaten mit als „Sicherheitsrisiko“ eingestuften Regimen stammen. Zudem müssen ausländische Antragsteller ihre Social-Media-Konten offenlegen. Bei als „feindselig“ bewerteten Beiträgen kann ein Visum verweigert werden.
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