Nach den Farbanschlägen auf mehrere Filialen der Kaffehauskette LAP Coffee in Berlin haben sich die mutmaßlichen Angreifer geäußert. Auf der Plattform Indymedia formulierten Unbekannte einen Offenen Brief an Ralph Hage, den Gründer von LAP Coffee.
In den vergangenen Tagen wurden die Filialen der Kaffeehauskette mit Farbe beschmiert, auch Flugblätter sollen vor Ort gefunden worden sein. Die Polizei geht von einem politischen Hintergrund aus.
„Nach aktuellem Ermittlungsstand sind sämtliche in Berlin eröffneten Filialen der Kaffeehauskette betroffen. Dabei wurden Flugblätter hinterlassen, deren Inhalt auf eine politische Motivation der Sachbeschädigungen hinweist“, so die Ermittler.
Gegner kritisieren LAP-Coffee-Gründer scharf
Hage äußerte sich selbst zu den Angriffen und rief die Gegner von LAP Coffee zum Dialog auf. Jetzt haben die Verfasser des Offenen Briefs darauf reagiert – sie sind jedoch nur unter bestimmten Bedingungen zu einem Gespräch bereit.
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„Wir möchten eine detaillierte und umfassende Auflistung darüber, in welchen Fällen LAP Coffee seit der Gründung des Unternehmens gegen Kritik juristisch vorgegangen ist oder mit rechtlichen Schritten gedroht hat“, heißt es in der ersten Forderung.
Weiter warfen die Verfasser die Tätigkeit für das Unternehmen Delivery Hero vor. Dieses habe mehrfach versucht, die Gründung von Betriebsräten zu verhindern. Es gibt mehrere Medienberichte, denen zufolge sich Niklas Östberg, der CEO von Delivery Hero im Jahr 2020 negativ gegenüber Tariflöhnen und Betriebsräten äußerte.
„Wir möchten, dass du mindestens 80 Prozent deines derzeitigen Vermögens spendest, um den Aufbau von Mitbestimmungsstrukturen in Betrieben zu fördern“, heißt es in dem Offenen Brief. Jeweils ein Drittel des Geldes soll an die Beschäftigten bei Red Bull und Delivery Hero, an die Gewerkschaft Verdi sowie an die Freie Arbeiter:innen-Union (FAU) gehen.
Schwere Vorwürfe gegen LAP Coffee
LAP Coffee profitiere „massiv von der Gentrifizierung, etwa durch die
Anmietung von Flächen, bei denen sich die vorherigen Betreiber die
gestiegenen Mieten nicht mehr leisten können, und treibt die
Gentrifizierung weiter voran“. Die Verfasser fordern von LAP Coffee, eine „seriöse, quantitative und qualitative Untersuchung“ unter den Anwohnern der Filialstandorte in den jeweiligen Bezirken durchzuführen. Filialen, in deren Umfeld sich ein „relevanter Teil“ der Befragten ablehnend äußert, sollen demnach geschlossen werden.
Hage hatte gegenüber der Zeitung B.Z. bereits vor Tagen einen Verdacht zu den Hintergründen der Farbattacken geäußert: „Wir wissen, dass Teile dieser Gruppe organisiert sind, darunter Personen aus der Kaffeeszene. Wir haben Hinweise auf einzelne Beteiligte und werden sie zunächst zu einem Gespräch einladen. Falls sie sich trauen.“
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