Norwegen

Epstein-Verbindungen: Europarat hebt Immunität seines früheren Generalsekretärs Jagland auf

Der norwegische Ex-Generalsekretär Thorbjørn Jagland wird wegen Korruption im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein verdächtigt. Jetzt entzieht ihm der Europarat seine Immunität.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
2 Min

Der Europarat hat die diplomatische Immunität seines früheren Generalsekretärs Thorbjørn Jagland aufgehoben. Damit kann die norwegische Justiz ihre Korruptionsermittlungen gegen den 75-jährigen Ex-Ministerpräsidenten fortsetzen, die im Zusammenhang mit seinen Kontakten zum verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stehen.

Der amtierende Generalsekretär Alain Berset erklärte, die Aufhebung ermögliche es der norwegischen Justiz, ihre Arbeit zu erledigen. Jaglands Anwalt Anders Brosveet betonte hingegen, es gebe keinen strafrechtlich relevanten Sachverhalt. Sein Mandant nehme die Angelegenheit aber ernst.

Laut der norwegischen Zeitung Verdens Gang hatte Jagland von Epstein eine Bürgschaft für den Kauf einer Wohnung erhalten. Zudem soll er mehrfach in Epsteins Wohnungen in New York und Paris übernachtet haben. Eine geplante Familienreise auf Epsteins Privatinsel im Jahr 2014 sei abgesagt worden. Jagland bezeichnete die Kontakte zunächst als Teil seiner diplomatischen Tätigkeit, räumte der Zeitung Aftenposten gegenüber aber ein, einen Fehler begangen zu haben.

Der heute 75-Jährige war von 1996 bis 1997 norwegischer Ministerpräsident und von 2009 bis 2015 Vorsitzender des Nobelkomitees zur Vergabe des Friedensnobelpreises.

Norwegische Spitzendiplomatin zurückgetreten

Jagland ist nicht der einzige prominente Norweger in den vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Dokumenten. Die Botschafterin Mona Juul trat am Wochenende von ihren Posten in Jordanien und dem Irak zurück. Die Spezialermittlungsbehörde für Wirtschaftskriminalität Økokrim ermittelt gegen sie und ihren Ehemann Terje Rød Larsen wegen Korruptionsverdachts.

Økokrim-Chef Pål Lønseth erklärte im norwegischen Rundfunk, es bestehe der Verdacht auf schwere Korruption. Die Behörde durchsuchte die Wohnung des Ehepaars in Oslo. Norwegischen Medien zufolge soll Epstein den Kindern von Juul in seinem Testament zehn Millionen Dollar vermacht haben. Außerdem steht der Verdacht im Raum, Epstein habe den Vorbesitzer ihrer Luxuswohnung unter Druck gesetzt, diese weit unter Wert zu verkaufen.

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Auch Kronprinzessin Mette-Marit taucht hundertfach in den Epstein-Akten auf. Sie soll nach Epsteins erster Verurteilung wegen sexueller Gewalt gegen Minderjährige über Jahre private E-Mails mit ihm ausgetauscht haben. Die 52-Jährige bat schriftlich um Entschuldigung und distanzierte sich von Epsteins Taten.

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