Kim Jong-un

China sendet Glückwünsche: Nordkorea erlebt seltenen Kongress der Staatspartei

Auf dem Parteitag in Pjöngjang betont Nordkoreas Machthaber wirtschaftliche Ziele. Die Volksrepublik China sieht eine „neue historische Periode“ der engen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Peter Steiniger
3 Min
Nordkoreas Staats- und Parteichef Kim Jong-un sprach auf dem Kongress über die wirtschaftliche Entwicklung.

Nordkoreas Staats- und Parteichef Kim Jong-un sprach auf dem Kongress über die wirtschaftliche Entwicklung.

© KCNA/dpa

In Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang tagt seit Donnerstag der neunte Kongress der regierenden Partei der Arbeit Koreas. Es ist das erste Treffen dieser Art seit fünf Jahren. Der Parteitag soll über mehrere Tage grundlegende politische Leitlinien in den Bereichen Verteidigung, Diplomatie und Wirtschaft festlegen.

China reagierte umgehend mit einem Gratulationsschreiben des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei. Darin beglückwünscht Peking der Arbeiterpartei Koreas dazu, die nordkoreanische Wirtschaft entwickelt und die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessert zu haben und wünscht dem Volk des Nachbarlandes „anhaltenden Erfolg beim sozialistischen Aufbau“, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Alleinregierende Staatspartei

Die bilateralen Beziehungen seien unter der „strategischen Führung der Spitzen beider Parteien und Länder in eine neue historische Periode eingetreten“, heißt es in dem Schreiben. Peking habe der Entwicklung der Beziehungen zu Pjöngjang stets große Bedeutung beigemessen und sei bereit, den Austausch zu vertiefen sowie zu regionalem Frieden, Stabilität und Wohlstand beizutragen.

Die führerzentrierte Juche-Ideologie der nordkoreanischen Staatspartei orientiert sich an nationaler Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und Eigenversorgung. Die Macht im Norden des seit 1945 geteilten Landes, das sich seit dem Ende des Koreakriegs 1953 formal weiter im Kriegszustand befindet, wird seit der Staatsgründung im Jahr 1948 innerhalb einer Familienlinie weitergegeben. Nach Kim Il-sung und Kim Jong-il trat vor vierzehn Jahren Kim Jong-un das Erbe als Herrscher an.

Für Nordkorea ist die Volksrepublik China ein entscheidender wirtschaftlicher und politischer Partner und aufgrund der historischen Entwicklung seine wichtigste Schutzmacht. Geopolitisch ist Peking an Stabilität auf der koreanischen Halbinsel interessiert, wo seine Interessensphäre an die der Vereinigten Staaten stößt.

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Schwerpunkte Wohnungsbau und Rüstung

Im Vorfeld des Kongresses hatte Nordkorea eine Reihe von Projekten präsentiert. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA wurde der Plan zum Bau von 50.000 Wohnungen in Pjöngjang, der beim achten Kongress vor fünf Jahren beschlossen worden war, übererfüllt. Kim Jong-un weihte zudem die neue Saeppyol-Straße im Stadtteil Hwasong ein und gab den Startschuss für eine fünfte Bauphase in dem Gebiet.

Laut Schätzungen der südkoreanischen Zentralbank, die Reuters im August 2025 veröffentlichte, wuchs Nordkoreas Wirtschaft 2024 um 3,7 Prozent. Haupttreiber des Wachstums waren laut der Bank of Korea die Ausweitung der wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit mit Russland sowie staatliche Großprojekte im Inland.

Pjöngjang lieferte Moskau Waffen und Munition und entsandte Truppen, die im Rahmen des Russland-Ukraine-Krieges im Kursk-Oblast im Westen Russlands eingesetzt wurden. Besonders die Schwerindustrie legte den Angaben zufolge mit 10,7 Prozent stark zu wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen.

Politische Isolation und wirtschaftliche Sanktionen

Das nominale Bruttonationaleinkommen pro Kopf in der Demokratischen Volksrepublik Korea lag 2024 dennoch bei umgerechnet nur rund 1239 US-Dollar – und damit bei lediglich 3,4 Prozent des südkoreanischen Niveaus.

Aufgrund seines Atomwaffen- und Raketenprogramms bestehen umfassende Sanktionen der UN, der USA und der Europäischen Union mit Handels- und Finanzbeschränkungen gegen Nordkorea. Die Bevölkerung leidet unter wirtschaftlicher Isolation und Versorgungsengpässen.

In den vergangenen Wochen demonstrierte Pjöngjang dafür wieder einmal militärische Stärke: Die Raketenabwehrbehörde des Landes testete Ende Januar ein großkalibriges Mehrfachraketenwerfersystem. Kim Jong-un übergab dem Militär zudem neue 600-Millimeter-Mehrfachraketenwerfer und besuchte eine im Bau befindliche Gedenkstätte für bei Auslandseinsätzen gefallene Soldaten – ein Verweis auf nordkoreanische Kämpfer im Ukraine-Krieg.

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