Tourismus

Rekordjahr: Mehr Besucher in Görlitz als je zuvor

Während Görlitz und Chemnitz bei den Tourismuszahlen zulegen konnten, verfehlt Sachsen insgesamt das gute Vorjahresergebnis knapp. Das sind die Pläne für 2026.

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Die alte Uhr am Rathaus Görlitz.

Die alte Uhr am Rathaus Görlitz.

© Zoonar.com/ArTo/Imago

Das Jahr 2025 markiert ein bemerkenswertes Hoch für Görlitz, da die Stadt einen Anstieg auf über 340.000 Übernachtungen verzeichnete. Ausländische Besucher tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei und entdecken verstärkt die kulturelle Vielfalt der Europastadt.

2025 war ein außergewöhnliches Jahr für Görlitz, das einen neuen Rekord mit 340.851 Übernachtungen aufstellte. Diese Zahl, die kürzlich vom Statistischen Landesamt Sachsen veröffentlicht wurde, übertrifft alle bisherigen Zahlen. Im letzten Jahr besuchten 146.609 Gäste die Stadt, wobei die Aufenthaltsdauer erstmals im Durchschnitt auf 2,3 Tage gestiegen ist. Die Zimmerauslastung in der Hotellerie betrug mehr als 60 Prozent.

Internationale Attraktivität steigt

Insbesondere internationale Gäste aus Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz und den USA nehmen Görlitz zunehmend als Reiseziel wahr. Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste stieg um knapp 30 Prozent. Größtes Wachstum verzeichneten Besucher aus Tschechien: Aus dem Nachbarland kamen doppelt so viele Gäste wie im Jahr zuvor.

Die Stadt lockt Besucher mit einem breiten Angebot, darunter kulturelle und kulinarische Erlebnisse sowie die landschaftliche Schönheit des Berzdorfer Sees. Neben zahlreichen Großveranstaltungen sorgen immer wieder auch Filmproduktionen für steigende Übernachtungszahlen.

Großer Erlebnisfaktor in der Oberlausitz

Die Geschäftsführerin der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH, Eva Wittig, freut sich über die erneut gestiegenen Übernachtungszahlen.  „Mit über 340.000 Übernachtungen erreichen wir einen neuen Rekord und setzen ein starkes Signal für die positive Entwicklung des Tourismus in Görlitz“, wird Eva Wittig auf der Website der Stadt zitiert.

Dieses Ergebnis zeige die Attraktivität der Stadt und deren Erlebnisfaktor sowie das Engagement der Gastgeberinnen und Gastgeber und die enge Zusammenarbeit in der Region Oberlausitz. „Unser Anspruch ist es, dieses Niveau dauerhaft zu sichern und qualitativ weiterzuentwickeln.“

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Die Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Stadt Görlitz und fördert das Wachstum und das Image des Wirtschafts- und Tourismusstandortes Görlitz  – offenbar mit großem Erfolg.

Außergewöhnliche Altstadt

Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, gilt als eine der schönsten Städte des Landes und beeindruckt durch ihre außergewöhnlich gut erhaltene historische Altstadt. Über 4.000 Baudenkmäler aus Gotik, Renaissance, Barock und Gründerzeit prägen das Stadtbild.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählt die Altstadt mit dem Untermarkt und Obermarkt, wo prächtige Bürgerhäuser und das barocke Rathaus stehen. Besonders markant ist die Peterskirche (St. Peter und Paul) mit ihrer berühmten Sonnenorgel. Ein weiteres Highlight ist das Heilige Grab, eine detailgetreue Nachbildung der Jerusalemer Grabeskirche aus dem 15. Jahrhundert.

Architektonisch beeindruckend sind auch das Schlesische Museum im Schönhof, eines der ältesten Renaissancehäuser Deutschlands, sowie die vielen Jugendstil- und Gründerzeitbauten entlang der repräsentativen Straßen. Die Altstadtbrücke verbindet Görlitz mit der polnischen Schwesterstadt Zgorzelec und symbolisiert die europäische Verbundenheit.

Durch seine historische Kulisse ist Görlitz zudem ein beliebter Drehort für internationale Filme und wird oft als „Görliwood“ bezeichnet.

Tourismus bleibt zentraler Wirtschaftsfaktor

Mit dem Rekordergebnis steht Görlitz vergleichsweise sehr gut da: 2025 verzeichnete Sachsen insgesamt rund 8,1 Millionen Gästeankünfte und etwa 20 Millionen Übernachtungen. Dies entspricht einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr, wobei insbesondere das Reisegebiet Chemnitz-Zwickau durch die Kulturhauptstadt mit zehn Prozent Plus stark zulegte. Sachsenweit zeigten die Zahlen trotz des leichten Rückgangs im Gesamtjahr zum Jahresende wieder einen Aufwärtstrend, was vor allem an zahlreichen Inlandstouristen lag.

Zu berücksichtigen ist beim Vergleich der vergangenen beiden Jahre außerdem, dass die Fußball-Europameisterschaft und zahlreiche Großveranstaltungen einen positiven Einfluss auf die Zahlen im Jahr 2024 hatten.

Sachsens Tourismus hat sich 2025 dennoch auf einem stabilen Niveau entwickelt und bleibt ein zentraler Wirtschafts- und Standortfaktor im Reiseland. Zum internationalen Aufwärtstrend soll nun die Übernachtungsplattform Booking.com mit den Traveller Review Awards 2026 beitragen:

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt der Tourismus in Sachsen ein Milliarden-Geschäft mit über 190.000 Arbeitsplätzen und hat sich im Jahr 2025 trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen als widerstandsfähig erwiesen.

Mit einem Jahresumsatz von über 9,3 Milliarden Euro durch Übernachtungen und Tagesreisen sowie mehr als 190.000 Vollzeitstellen bleibt die Branche ein zentraler Wirtschaftsfaktor für den Freistaat.

Internationale Auszeichnung

Internationale Anerkennung erhielt Sachsen durch die Traveller Review Awards 2026 der Buchungsplattform Booking.com. Demnach zählt Sachsen zu den zehn gastfreundlichsten Regionen weltweit und ist das einzige deutsche Bundesland in dieser Spitzengruppe.

Norman Ladig, Regional Manager für die DACH-Region bei Booking.com, erklärte, Sachsen zähle „offiziell zu den gastfreundlichsten Regionen weltweit" und sei das einzige deutsche Bundesland mit dieser Auszeichnung. Die auf verifizierten Gästebewertungen basierende Ehrung sei „für Reisende ein starkes Signal für verlässliche Qualität und echte Gastgeberkultur".

Zukunftsthemen: Radwege, regionale Küche und Kurorte

Für 2026 hat Sachsen mehrere strategische Schwerpunkte definiert. Im Bereich Radtourismus wurde eine neue Netzwerk- und Koordinierungsstelle für Rad- und Mountainbike-Tourismus eingerichtet. Geplant sind unter anderem Mountainbike-Angebote am Fichtelberg sowie grenzübergreifende Routen mit Tschechien, Bayern und Thüringen, etwa die Bayrisch-Böhmisch-Sächsische Bäderroute. Auch neuartige Formate wie Fahrradlager für Schülergruppen – vergleichbar mit den traditionellen Skilagern – sollen entwickelt werden.

Im Bereich Kulinarik hat das Tourismusministerium gemeinsam mit dem Branchenverband DEHOGA Sachsen und der TMGS die Initiative „So schmeckt Sachsen" gestartet, die auf der Grünen Woche in Berlin mit einer Showküche vorgestellt wurde. Unter diesem Dach sollen Partner aus Gastronomie, Tourismus und Wirtschaft die kulinarische Vielfalt des Freistaates stärker vermarkten. Neben der Spitzengastronomie gehe es dabei vor allem um den Erhalt der traditionellen Gastronomie in ländlichen Regionen. Die gesenkte Mehrwertsteuer auf Speisen unterstütze die Branche zusätzlich.

Auch die 39 staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorte in Sachsen sollen stärker in den Fokus rücken. Mit einem Anteil von 30 Prozent der Übernachtungen im ländlichen Raum gelten sie als touristische Leuchttürme. 2026 stehen neun Überprüfungen des staatlichen Qualitätsprädikats an.

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