Der Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat sich intern für seine früheren Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entschuldigt und diese als schweren Fehler bezeichnet. Bei einer Mitarbeiterversammlung der Gates Foundation räumte Gates zudem zwei Affären mit russischen Frauen ein und sagte, seine Verbindung zu Epstein habe dem Ruf der Stiftung geschadet, berichteten das Wall Street Journal und Reuters übereinstimmend.
„Es war ein riesiger Fehler, Zeit mit Epstein zu verbringen“, sagte Gates laut einer Tonaufnahme, die dem Wall Street Journal (WSJ) vorliegt. Er habe sich bei allen entschuldigt, die durch seine Entscheidung in diese Angelegenheit hineingezogen worden seien. Zugleich betonte Gates, er habe weder an Straftaten Epsteins teilgenommen noch Hinweise auf solche gesehen.
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Trotz Verurteilung Epsteins: Bill Gates hielt an Treffen fest
Gates erklärte den Mitarbeitern zufolge, er habe Epstein ab 2011 mehrfach getroffen, also Jahre nachdem dieser sich 2008 schuldig bekannt hatte, eine Minderjährige zur Prostitution angeworben zu haben. Trotz Bedenken seiner damaligen Ehefrau Melinda Gates im Jahr 2013 habe er die Treffen bis 2014 fortgesetzt. Dem WSJ-Bericht zufolge sei er mit Epstein unter anderem in Deutschland, Frankreich, New York und Washington zusammengekommen, habe jedoch nie auf dessen Privatinsel übernachtet.
Zu Bildern aus kürzlich veröffentlichten Akten des US-Justizministeriums, die ihn mit geschärzten Frauen zeigen, sagte Gates laut WSJ, es handele sich um Fotos mit Epsteins Assistentinnen. Die von ihm eingeräumten Affären hätten keinen Bezug zu Epsteins Opfern gehabt. „Ich habe nichts Illegales getan. Ich habe nichts Illegales gesehen“, sagte Gates demnach.
Epstein nutzte Weltwirtschaftsforum in Davos
Epstein habe bei den Treffen damit geworben, über enge Kontakte zu wohlhabenden Unternehmern zu verfügen und Geld für philanthropische Projekte beschaffen zu können. Dass andere angesehene Persönlichkeiten anwesend gewesen seien, habe dazu beigetragen, die Situation als normal erscheinen zu lassen, räumte Gates ein. Zugleich habe seine eigene Präsenz Epsteins Ruf aufgewertet.
Epstein hatte das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos über Jahre als informelle Plattform genutzt, um einflussreiche Kontakte aus Politik und Wirtschaft zusammenzubringen. In E-Mails aus Akten des US-Justizministeriums bezeichnete sich Epstein demnach selbst als „Davos Concierge“ und bot an, Treffen mit Milliardären und Regierungsvertretern zu organisieren oder den Zugang zu dem exklusiven Forum zu erleichtern. Auch nach seiner Verurteilung im Jahr 2008 habe Epstein diese Netzwerke weiter gepflegt. Ob Gates selbst an Treffen im Umfeld des Weltwirtschaftsforums beteiligt war, beibt weiter unklar
Eine Sprecherin der Bill & Melinda Gates Foundation bestätigte gegenüber Reuters, Gates habe bei der regulären Mitarbeiterversammlung Verantwortung für sein Handeln übernommen und Fragen der Beschäftigten offen beantwortet. Die Stiftung betonte erneut, Epstein habe weder finanzielle Zuwendungen erhalten noch jemals für sie gearbeitet.
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