Zum Auftakt der Handwerksmesse in München schlägt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Alarm: Den Betrieben im Land fehlen derzeit geschätzt rund 200.000 Fachkräfte. Das teilte der Verband gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mit.
Die offizielle Statistik bildet das Problem nur teilweise ab. Bei der Bundesagentur für Arbeit waren Ende Dezember rund 119.500 offene Stellen im Handwerk registriert. Doch viele Betriebe melden ihre freien Stellen gar nicht erst bei der Agentur, weshalb der Zentralverband den tatsächlichen Bedarf deutlich höher einschätzt als die gemeldeten Vakanzen.
Zentralverband setzt auf verstärkte Werbemaßnahmen
Die Nachwuchsgewinnung steht auch deshalb im Zentrum der Handwerksmesse in München. Zwar hat die derzeit schwache Konjunktur den Lehrlingsmangel leicht abgemildert – dennoch blieb im vergangenen Jahr jeder neunte Ausbildungsplatz im Handwerk unbesetzt.
Trotz konjunktureller Abkühlung gelingt es dem Handwerk nicht, ausreichend Nachwuchs für sich zu gewinnen. Der Zentralverband setzt daher auf verstärkte Werbemaßnahmen, um junge Menschen für eine handwerkliche Ausbildung zu begeistern. Ob die Branche angesichts des demografischen Wandels und der Konkurrenz mit akademischen Karrierewegen die Lücke schließen kann, bleibt offen.
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