Chemieindustrie

Düngemittelkrise: SKW Piesteritz fordert schnelle Reformen von der EU

Deutschlands größter Harnstoffproduzent SKW Piesteritz schlägt Alarm. Vor dem Besuch von EU-Kommissar Hansen am Freitag fordert das Werk schnelle Entlastungen.

OAZ
2 Min
Der Geschäftsführer des SKW Piesteritz machte deutlich, dass die Lage für die Chemieindustrie ernst ist. (Im Bild: Nacht- Lichter und Beleuchtung Stickstoffwerk Piesteritz im Agro-Chemie Park Priesteritz im Bundesland Sachsen-Anhalt.)

Der Geschäftsführer des SKW Piesteritz machte deutlich, dass die Lage für die Chemieindustrie ernst ist. (Im Bild: Nacht- Lichter und Beleuchtung Stickstoffwerk Piesteritz im Agro-Chemie Park Priesteritz im Bundesland Sachsen-Anhalt.)

© Robert Grahn/euroluftbild.de

Die Stickstoffwerke Piesteritz (SKW) in Sachsen-Anhalt verlangen von der EU rasche Entlastungen bei Energiepreisen, Abgaben und bürokratischen Auflagen. Das Chemieunternehmen formulierte seine Forderungen im Vorfeld eines Besuchs von EU-Agrarkommissar Christophe Hansen, der die Werke am Freitag gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) besichtigen wird.

SKW-Geschäftsführer Carsten Franzke machte gegenüber MDR Sachsen-Anhalt deutlich, wie ernst die Lage ist: Ohne schnelle Reformen seien nicht nur Chemiebetriebe gefährdet, sondern auch die Versorgung mit Düngemitteln in Europa insgesamt. Der traditionsreiche Standort in Piesteritz, Deutschlands größter Harnstoff- und Ammoniakproduzent, beschäftigt rund 860 Mitarbeiter. Nach Unternehmensangaben hängen in der Region darüber hinaus etwa 10.000 weitere Arbeitsplätze an dem Werk. Steigende Kosten und strenge regulatorische Auflagen belasten die Produktion nach Darstellung des Unternehmens massiv.

EU-Agrarkommissar Hansen räumte vor seinem Besuch in Ostdeutschland ein, dass die Düngemittelpreise in den vergangenen Jahren aufgrund der Energiekrise „extrem hochgeschnellt“ seien – und zwar bereits vor der Krise im Nahen Osten. Er betonte die Rolle der europäischen Düngemittelproduzenten und erklärte, es sei wichtig, das bestehende Netz der rund 150 Produktionsstätten in der EU zu erhalten.

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Landwirte könnten Produktion drosseln

Hansen äußerte sich zudem besorgt darüber, dass Landwirte angesichts der hohen Düngemittelpreise ihre Produktion drosseln könnten, um Kosten zu sparen. Eine solche Entwicklung könnte nach seiner Einschätzung zu Problemen in der europäischen Lebensmittelversorgung führen. Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einem mittelfristigen Düngemittelplan, der in den kommenden Monaten vorgelegt werden soll.

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