Lebensmittel

Ernährungsreport: Wie sich das Essverhalten der Deutschen unterscheidet

Der Preis bestimmt zunehmend den Einkauf. Doch beim Kochen und beim Fleischverzicht gibt es überraschende Unterschiede.

3 Min
Viele Verbraucher lassen sich in ihren Entscheidungen heute stärker vom Preisschild leiten als noch vor einigen Jahren.

Viele Verbraucher lassen sich in ihren Entscheidungen heute stärker vom Preisschild leiten als noch vor einigen Jahren.

© Marcus Brandt

Seit 2015 lässt das Bundeslandwirtschaftsministerium regelmäßig untersuchen, was den Menschen in Deutschland beim Essen und beim Lebensmitteleinkauf wichtig ist. Eine aktuelle Datenanalyse dieser Langzeiterhebung zeigt: Die stark gestiegenen Lebensmittelpreise haben das Kaufverhalten spürbar geprägt. Verbraucher orientieren sich heute deutlich stärker am Preis als noch vor wenigen Jahren.

Gleichzeitig verlieren Gütesiegel wie Bio- oder Fair-Trade-Kennzeichnungen an Gewicht bei der Kaufentscheidung. Dem Tierwohl hingegen messen die Konsumenten zunehmend Wert bei – ein gegenläufiger Trend, der zeigt, dass Sparsamkeit und ethische Ansprüche sich nicht zwangsläufig ausschließen.

Kochen bleibt Alltag – aber vor allem Frauensache

In anderen Bereichen erweisen sich die Gewohnheiten als erstaunlich stabil. Fast die Hälfte der Befragten steht nach wie vor nahezu täglich am Herd, weitere 37 Prozent kochen zwei- bis dreimal pro Woche. Frauen übernehmen dabei weiterhin deutlich häufiger das Kochen als Männer – ein Muster, das sich über die Jahre kaum verschoben hat.

Rund 2 Prozent der Befragten gaben an, sich vegan zu ernähren. 7 Prozent leben vegetarisch, und 37 Prozent bezeichnen sich als Flexitarier, die nur noch gelegentlich Fleisch essen. Auch hier zeigt sich ein Geschlechterunterschied: Frauen greifen insgesamt häufiger zu pflanzlichen Alternativen.

Stadt-Land-Gefälle beim Fleischverzicht und Regionalbewusstsein

Zwischen Stadt und Land treten deutliche Unterschiede zutage. Der Anteil der Vegetarier ist in Großstädten am höchsten, während in kleineren Orten kaum jemand vollständig auf Fleisch verzichtet. Dafür legen Menschen auf dem Land mehr Wert darauf, dass ihre Lebensmittel aus der Region stammen – insbesondere bei Eiern sowie frischem Obst und Gemüse achten viele auf kurze Lieferwege. Zudem wird in ländlichen Gebieten häufiger selbst gekocht und seltener Essen bestellt.

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Jüngere essen mehr pflanzlich – aber auch mehr Fleisch

Die Ernährungsgewohnheiten unterscheiden sich auch nach Altersgruppen, teils mit überraschenden Ergebnissen. Je älter die Befragten, desto höher ist der Anteil derjenigen, die täglich Milchprodukte konsumieren. Vegane und vegetarische Alternativen zu tierischen Produkten landen dagegen bei jüngeren Menschen deutlich häufiger auf dem Teller.

Auf den ersten Blick widersprüchlich: Auch der tägliche Fleischkonsum ist unter Jüngeren weiter verbreitet als unter Älteren. Die jüngere Generation scheint sich also stärker in zwei Lager aufzuteilen – die einen setzen konsequent auf pflanzliche Ernährung, die anderen essen sogar häufiger Fleisch als die ältere Generation.

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