Die SPD-Politikerin Uta Francisco Dos Santos hat ihre Kandidatur für das Bezirksamt Berlin-Mitte zurückgezogen. Dies teilte ihr Anwalt der Berliner Zeitung in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Darin heißt es, sie ziehe ihre Kandidatur „aufgrund der medialen Kampagne“ zu ihrer Person zurück, an der „vor allem rechte Medien beteiligt“ seien. „Damit schütze ich meine Familie und mich als Person“, ließ Dos Santos mitteilen.
Der Kreisverband Berlin-Mitte hatte seine Spitzenkandidatin zuvor zum Rückzug aufgefordert und bereitet bereits eine Neunominierung vor.
Auslöser des öffentlichen Drucks war ein Bericht der B.Z., der Dos Santos vorwarf, seit Mitte 2024 trotz Krankschreibung aktiv Wahlkampf betrieben zu haben. Die Politikerin, die als Gremienreferentin in der Senatsfinanzverwaltung tätig ist und dabei bis zu 7641 Euro monatlich verdient, war im November auf einem SPD-Kreisparteitag zur Spitzenkandidatin für den Bezirk Mitte gewählt worden.
Dos Santos weist Vorwürfe zurück
Dos Santos hatte die Vorwürfe zuvor gegenüber der Berliner Zeitung schriftlich zurückgewiesen. Sie schilderte, nach einem Sportunfall im Sommer 2024 zunächst regulär krankgeschrieben gewesen zu sein – doch dann habe die Senatsverwaltung für Finanzen ihr mitgeteilt, dass ihre Rückkehr auf die bisherige Stelle „nicht erwünscht“ sei. Sie sei daraufhin gegen ihren Willen freigestellt worden. Den sich anschließenden Konflikt mit dem Arbeitgeber sowie private Belastungen führte sie als Ursache für eine psychische Erkrankung an. Gutachten des Betriebsarztes der Charité hätten bestätigt, dass das Verhalten des Arbeitgebers maßgeblich dazu beigetragen habe, betonte Dos Santos.
Ihr politisches Engagement habe sie mit ärztlicher Unterstützung als Teil des Genesungsprozesses betrieben. Ihre Krankschreibung endet nach eigenen Angaben am heutigen 13. April 2026. Im Anschluss will sie in Elternzeit gehen.
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