Nach dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat im Rahmen der dritten Sudan-Geberkonferenz am Mittwoch in Berlin auch Außenminister Johann Wadephul weitere deutsche Hilfsgelder für das Land in Nordost-Afrika in Höhe von 212 Millionen Euro zugesagt. Im Rahmen der Konferenz kamen insgesamt 1,3 Milliarden Euro an Hilfsgeldern zusammen, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mahnte im Vorfeld im Deutschlandfunk, die Weltgemeinschaft dürfe den Sudan trotz anderer Krisenherde nicht aus den Augen verlieren. „Diese große humanitäre Katastrophe in Afrika darf nicht vergessen werden“, sagte er. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Hilfszusagen den Betrag der vorangegangenen Konferenz in London von rund einer Milliarde US-Dollar übersteigen werden. Dieses Vorhaben ist gelungen.
Mehr als 33 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen
Die Lage im Sudan ist dramatisch: Mehr als zwölf Millionen Menschen wurden seit Kriegsbeginn vor drei Jahren vertrieben, rund 4,5 Millionen davon in die Nachbarländer. Über zwei Drittel der Bevölkerung, genauer 33 Millionen Menschen, sind laut UN auf humanitäre Hilfe angewiesen. Besonders alarmierend ist die systematische sexuelle Gewalt: Mehr als zwölf Millionen Frauen und Mädchen sind davon bedroht.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) erklärte, ihr Ministerium engagiere sich insbesondere für Frauen und Kinder, die vom Krieg am stärksten betroffen seien. Das BMZ hatte bereits Ende 2025 insgesamt 155,4 Millionen Euro für Projekte im Sudan und in betroffenen Nachbarländern bereitgestellt. Die zusätzlichen 20 Millionen Euro des BMZ sollen den Zugang zu Wasser, Gesundheit, Bildung und Ernährung verbessern.
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Wadephul: Deutschland muss US-Rückzug teilweise auffangen
Die Konferenz wurde gemeinsam mit der EU, Frankreich, Großbritannien, den USA und der Afrikanischen Union ausgerichtet. Zuvor hatten Konferenzen in Paris rund zwei Milliarden Euro und in London etwa eine Milliarde Euro an Zusagen erbracht.
Wadephul betonte, Deutschland müsse trotz angespannter Haushaltslage teilweise kompensieren, was andere Länder unterließen. Die USA haben unter Präsident Donald Trump ihre internationalen Hilfen drastisch zusammengestrichen. Der Grünen-Menschenrechtler Boris Mijatovic forderte im Deutschlandfunk, die Zivilbevölkerung vor Angriffen zu schützen. Martin Frick vom UN-Welternährungsprogramm warb für eine bessere Finanzierung der Hilfsmaßnahmen.
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