Der Betriebsrat des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt hat angekündigt, eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Erfurt anzufechten. Hintergrund ist die geplante Schließung des Standorts im Herbst 2026, die nach Angaben des Unternehmens auf „Überkapazitäten“ im Netzwerk zurückzuführen sei. Der Dax-Konzern will die Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan durch eine Einigungsstelle führen, was der Betriebsrat als Dialogverweigerung wertet.
Am Mittwoch versammelten sich rund 1500 der noch 2200 Mitarbeitenden des Standorts in der Erfurter Messe, um sich über die aktuelle Lage zu informieren. Betriebsratsvorsitzender Tony Krause erläuterte den Anwesenden die juristischen Schritte und kritisierte, Zalando sei nicht bereit, direkt mit der Arbeitnehmervertretung zu verhandeln. Stattdessen setze das Unternehmen auf die Einigungsstelle, die aus Sicht des Betriebsrats der Mitbestimmung nicht gerecht werde.
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Zalando verteidigte die Einrichtung der Einigungsstelle als sachlichen und neutral moderierten Rahmen, der Planungssicherheit für die Beschäftigten schaffen könne. Eine Unternehmenssprecherin wies zudem darauf hin, dass Alternativen zur Schließung – wie eine Modernisierung oder Verkleinerung des Standorts – geprüft worden seien, jedoch keine wirtschaftliche Lösung geboten hätten.
Betriebsrat will Standort möglichst erhalten
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Der Betriebsrat hingegen möchte den Standort so lange wie möglich erhalten und präsentierte den Beschäftigten während der Versammlung mögliche Alternativkonzepte. Zentrale Forderungen sind Transparenz über zurückgestellte Mittel und eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsprüfung. Die Reaktionen der Beschäftigten auf die angekündigte Schließung fielen unterschiedlich aus: Während einige bereits nach neuen Arbeitsplätzen suchen, fürchten vor allem ungelernte Kräfte Herausforderungen auf dem regionalen Arbeitsmarkt.
Die Versammlung wurde von Tony Krause als „deutliches Zeichen für Mitbestimmung“ und gegen die aktuelle Haltung der Geschäftsführung bezeichnet. Es wurde auch vor möglichen Risiken bei Aufhebungsverträgen gewarnt. Der Konflikt um den Standort bleibt somit nicht nur eine Frage der wirtschaftlichen Machbarkeit, sondern auch ein Symbol für den Kampf um Arbeitnehmerrechte.
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