Nordkorea hat am Sonntag mehrere ballistische Raketen ins Japanische Meer abgefeuert. Wie die südkoreanische Armee mitteilte, registrierten die südkoreanischen Streitkräfte sowie die US- und japanischen Militärs die Starts. Die Vorfälle sorgen für Spannungen in der Region, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
Die Raketen wurden laut Angaben des südkoreanischen Generalstabs gegen 6.10 Uhr Ortszeit aus der Region Sinpo im Osten Nordkoreas in Richtung der Gewässer des Japanischen Meers abgefeuert. Die Geschosse legten dabei eine Distanz von etwa 140 Kilometern zurück. Südkorea und die USA analysieren derzeit die genauen technischen Details der Raketen, erklärte der Generalstab. Das südkoreanische Präsidialamt berief aufgrund der Vorfälle eine Krisensitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein, wie AFP berichtete.
Die jüngsten Tests erfolgen wenige Tage, nachdem Rafael Grossi, Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), auf eine „sehr ernste Zunahme“ der nuklearen Aktivitäten Nordkoreas hingewiesen hatte, wie NBC News berichtet. Grossi erklärte gegenüber Reportern, dass Nordkorea seine Produktionskapazitäten für Atomwaffen deutlich erweitere. Er sprach von einem „rapiden Anstieg“ und verwies auf den Ausbau der Urananreicherungsanlagen des Landes, so NBC.
Japan und USA reagieren auf die Tests
Die USA und Japan haben die Raketenstarts offiziell kommentiert. Nach Angaben der US-Indopazifik-Kommandozentrale bleibe man „uneingeschränkt verpflichtet“, die Sicherheit des US-Heimatlandes sowie seiner Verbündeten in der Region zu gewährleisten. Das japanische Verteidigungsministerium erklärte, die Tests verstießen gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und seien besorgniserregend. Laut NBC hat Tokio eine offizielle Protestnachricht an Nordkorea gerichtet. Beide Länder fordern, die Tests unverzüglich einzustellen.
Die Raketenstarts sind Teil einer Reihe von Waffentests, die Nordkorea diesen Monat durchgeführt hat. Mitte April überwachte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un persönlich den Test von strategischen Marschflugkörpern, die von einem Marineschiff abgefeuert wurden, wie AFP berichtete. Experten vermuten, dass Nordkorea mit den Tests seinen Widerstand gegen die Bemühungen Südkoreas deutlich machen will, die Beziehungen zwischen den beiden Staaten zu verbessern. Südkorea hatte zuvor Bedauern über den Einsatz nordkoreanischer Drohnen im eigenen Luftraum geäußert, doch Nordkorea reagierte darauf mit scharfer Kritik.
Laut NBC News könnte Nordkorea mit seinen wiederholten Tests auch seine Position bei möglichen zukünftigen Verhandlungen stärken. Kim Jong-un hatte kürzlich Interesse an einem Dialog mit den USA signalisiert, jedoch gefordert, dass Washington seine Bedingungen für eine nukleare Abrüstung aufgibt. NBC berichtete weiter, dass Experten Nordkoreas Aktivitäten als Versuch werten, Druck auf internationale Partner auszuüben.
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