Drei Viertel der brandenburgischen Unternehmen spüren negative Auswirkungen des Nahostkonflikts auf ihr Geschäft. Das geht aus einer Blitzbefragung der Industrie- und Handelskammern (IHKs) Brandenburg hervor, an der Betriebe aus Industrie, Bau, Handel, Gastgewerbe und Verkehr teilnahmen, die im IHK-Ehrenamt aktiv sind. Die Unternehmen verweisen auf höhere Kosten, brüchige Lieferketten und wachsende Planungsunsicherheit.
Dr. Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, der für die Landesarbeitsgemeinschaft Brandenburg spricht, wertete die Ergebnisse als Warnsignal. Die Politik müsse zügig reagieren, damit der Konflikt die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage im Land nicht zusätzlich verschärfe. Notwendig seien aus Sicht der Kammern eine Stabilisierung der Energiepreise sowie ein besserer Zugang zu Liquidität, etwa über Bürgschaften, Förderkredite oder zeitlich begrenzte Entlastungen. Andernfalls drohten Einbußen bei Wachstum und Beschäftigung.
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Besonders schlagen den Betrieben die gestiegenen Energie-, Transport- und Rohstoffkosten ins Kontor. 88 Prozent der befragten Unternehmen berichten von höheren Energiekosten, 77 Prozent von gestiegenen Transportkosten und 56 Prozent von teureren Materialien. 31 Prozent verzeichnen Lieferengpässe, 47 Prozent einen Rückgang bei der Nachfrage oder bei Aufträgen.
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Jeder zweite Betrieb verschiebt Investitionen
Die Folgen für die unternehmerische Praxis sind weitreichend: Jeder zweite Betrieb verschiebt nach eigenen Angaben Investitionen, 61 Prozent geben höhere Preise an die Kunden weiter. Aus Sicht der IHKs belastet diese Entwicklung die Wettbewerbsfähigkeit und den Standort Brandenburg. Ohne Gegenmaßnahmen drohe der Konflikt zu einer dauerhaften Bürde für die Landeswirtschaft zu werden.
Die Kammern fordern daher stabile und bezahlbare Energiepreise, widerstandsfähigere Lieferketten und einen erleichterten Zugang zu Liquidität, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen. Zudem müssten die internationalen Handelsbeziehungen strategisch weiterentwickelt werden, um Risiken breiter zu streuen.
Hintergrund der Befragung ist die enge Verflechtung der märkischen Wirtschaft mit der Region: Rund 19 Prozent der außenwirtschaftlich aktiven Brandenburger Unternehmen sind im Nahen Osten tätig. 2025 lieferte das Land Waren im Wert von etwa 304 Millionen Euro dorthin. Entsprechend stark wirken sich geopolitische Spannungen auf die heimischen Betriebe aus.
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