Der Cannabis Social Club Erfurt hat sich in einem offenen Schreiben an den früheren Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gewandt und zugleich den Thüringer Behörden vorgeworfen, den gemeinschaftlichen Eigenanbau von Cannabis durch übermäßige Auflagen faktisch zu unterbinden. Hintergrund sind verschärfte Vorgaben des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, die nach Auffassung des Vereins weit über das hinausgehen, was das Bundesgesetz vorschreibt.
Im Zentrum der Kritik stehen mikrobiologische Grenzwerte, die nach Angaben des Clubs an pharmazeutische Standards angelehnt seien. Bereits geringfügige Abweichungen würden demnach die Einschaltung eines Facharztes für Mikrobiologie, Virologie oder Infektionsepidemiologie erforderlich machen, andernfalls drohe ein Zwangsgeld von 5000 Euro. In dem Schreiben heißt es: „Uns ist bewusst, dass Sie (Karl Lauterbach, Anm. d. Red.) diesen Titel nicht besitzen, gegen Ihre weitreichenden Qualifikationen in den relevanten Bereichen sollte aber hoffentlich selbst das für uns zuständige Amt nichts einzuwenden haben.“
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Für ehrenamtlich geführte Vereine mit überschaubarem Budget sei eine solche Vorgabe praktisch nicht zu erfüllen, erklärt der Club. Befürchtet werden Ernteausfälle sowie Folgekosten im sechsstelligen Bereich.
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Eigentliches Ziel wird unterlaufen
Der Verein sieht in den Auflagen zugleich eine Hürde für die Zulassung weiterer Anbauvereinigungen im Freistaat. Damit werde das eigentliche Anliegen des Cannabisgesetzes – die Eindämmung des Schwarzmarktes – durch das Land Thüringen unterlaufen. Der Club fordert politische Unterstützung und ein Eingreifen gegen die aus seiner Sicht rechtswidrige Praxis auf Landesebene.
Die Cannabisclubs in Erfurt und Weimar kündigten zudem an, gerichtlich gegen die neue Anbauverordnung vorzugehen.
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