Kriminalität

Thüringen: Diebesbanden plündern Bauernhöfe – Düngemittel im Visier

In Thüringen häufen sich Einbrüche in Agrarbetriebe: In Gera stahlen Diebe eine Tonne Pflanzenschutz- und Düngemittel.

OAZ
2 Min
In den letzten Jahren kam es häufiger zu Diebstählen in Thüringer Agrarbetrieben. Im Fokus standen dabei vor allem Düngemittel.

In den letzten Jahren kam es häufiger zu Diebstählen in Thüringer Agrarbetrieben. Im Fokus standen dabei vor allem Düngemittel.

© Andreas Vitting/Imago

In Thüringen reißt die Serie von Einbrüchen in landwirtschaftliche Betriebe nicht ab. Am Dienstag entwendeten Unbekannte aus einem Agrarbetrieb im Geraer Ortsteil Cretzschwitz rund eine Tonne Pflanzenschutz- und Düngemittel. Den Wert der Beute bezifferte die Polizei auf etwa 40.000 Euro. Die Ermittler gehen von Bandenkriminalität aus.

Der Vorfall ist kein Einzelfall: Bereits Ende März war ein Agrarbetrieb in Henningsleben im Unstrut-Hainich-Kreis betroffen. Auch dort hatten es die Täter auf Pflanzenschutzmittel abgesehen, zusätzlich nahmen sie Saatgut mit. Die Schadenshöhe lag in einer ähnlichen Größenordnung. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass in beiden Fällen wegen möglicher Bandenkriminalität ermittelt wird.

In den vergangenen zwei Jahren waren bereits Betriebe in Bad Tennstedt (Unstrut-Hainich-Kreis), Römhild (Kreis Hildburghausen), Kirchheim (Ilm-Kreis) sowie in Eisenberg (Saale-Holzland-Kreis) Ziel von Diebesbanden geworden. Einige Höfe wurden mehrfach heimgesucht. Die Täter agieren nach Angaben der Polizei planvoll und transportieren das Diebesgut mit Fahrzeugen ab. Der Schaden bewegte sich jeweils deutlich im fünfstelligen Bereich.

Deutlicher mehr Diebstähle als früher

Beim Thüringer Bauernverband ist das Problem bekannt. Sprecher André Rathgeber sagte gegenüber MDR Thüringen, niemand wisse genau, wohin die Beute gelange. Er vermute, dass die Chemikalien umverpackt und auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft würden. Der Verband registriere einen deutlichen Anstieg der Diebstähle im Vergleich zu früheren Jahren.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Als wesentlichen Grund nannte Rathgeber die gestiegenen Preise für Pflanzenschutzmittel und Saatgut. Er verwies auf einen Parallelfall beim Diesel: Durch die enormen Preissteigerungen würden zunehmend auch große Arbeitsmaschinen illegal „angezapft“, also der Treibstoff abgesaugt.

Neben den finanziellen Einbußen für die Betriebe verweist der Verband auch auf Sicherheitsfragen. Viele Chemikalien bergen in entsprechender Dosierung gesundheitliche Risiken: Stickstoffhaltige Dünger können Haut und Atemwege schädigen, synthetische Dünger enthalten oft Schwermetalle. Ammoniumnitrathaltige Dünger besitzen zudem explosive Eigenschaften. Zwar bestehen Vorgaben für die Lagerung dieser Stoffe, doch gehe es dabei nicht darum, „einen Hochsicherheitstrakt zu schaffen“, wie es vom Bauernverband heißt.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner