In Thüringen reißt die Serie von Einbrüchen in landwirtschaftliche Betriebe nicht ab. Am Dienstag entwendeten Unbekannte aus einem Agrarbetrieb im Geraer Ortsteil Cretzschwitz rund eine Tonne Pflanzenschutz- und Düngemittel. Den Wert der Beute bezifferte die Polizei auf etwa 40.000 Euro. Die Ermittler gehen von Bandenkriminalität aus.
Der Vorfall ist kein Einzelfall: Bereits Ende März war ein Agrarbetrieb in Henningsleben im Unstrut-Hainich-Kreis betroffen. Auch dort hatten es die Täter auf Pflanzenschutzmittel abgesehen, zusätzlich nahmen sie Saatgut mit. Die Schadenshöhe lag in einer ähnlichen Größenordnung. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass in beiden Fällen wegen möglicher Bandenkriminalität ermittelt wird.
In den vergangenen zwei Jahren waren bereits Betriebe in Bad Tennstedt (Unstrut-Hainich-Kreis), Römhild (Kreis Hildburghausen), Kirchheim (Ilm-Kreis) sowie in Eisenberg (Saale-Holzland-Kreis) Ziel von Diebesbanden geworden. Einige Höfe wurden mehrfach heimgesucht. Die Täter agieren nach Angaben der Polizei planvoll und transportieren das Diebesgut mit Fahrzeugen ab. Der Schaden bewegte sich jeweils deutlich im fünfstelligen Bereich.
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Deutlicher mehr Diebstähle als früher
Beim Thüringer Bauernverband ist das Problem bekannt. Sprecher André Rathgeber sagte gegenüber MDR Thüringen, niemand wisse genau, wohin die Beute gelange. Er vermute, dass die Chemikalien umverpackt und auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft würden. Der Verband registriere einen deutlichen Anstieg der Diebstähle im Vergleich zu früheren Jahren.
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Als wesentlichen Grund nannte Rathgeber die gestiegenen Preise für Pflanzenschutzmittel und Saatgut. Er verwies auf einen Parallelfall beim Diesel: Durch die enormen Preissteigerungen würden zunehmend auch große Arbeitsmaschinen illegal „angezapft“, also der Treibstoff abgesaugt.
Neben den finanziellen Einbußen für die Betriebe verweist der Verband auch auf Sicherheitsfragen. Viele Chemikalien bergen in entsprechender Dosierung gesundheitliche Risiken: Stickstoffhaltige Dünger können Haut und Atemwege schädigen, synthetische Dünger enthalten oft Schwermetalle. Ammoniumnitrathaltige Dünger besitzen zudem explosive Eigenschaften. Zwar bestehen Vorgaben für die Lagerung dieser Stoffe, doch gehe es dabei nicht darum, „einen Hochsicherheitstrakt zu schaffen“, wie es vom Bauernverband heißt.
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