Torgau hat den Elbe Day mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung am Denkmal der Begegnung in der Elbstraße begangen. Am Vormittag sprachen Oberbürgermeister Henrik Simon, Superintendent Matthias Imbusch und Elisabeth Kohlhaas, Leiterin des Erinnerungsortes Torgau. Auch Russlands Botschafter Sergej Netschajew nahm laut Berichten am Gedenken teil.
Im Anschluss bestand die Möglichkeit, Kränze und Blumengebinde niederzulegen. Von 11 bis 22 Uhr folgte ein Programm rund um das Denkmal mit einem „Markt der Möglichkeiten“ Torgauer Vereine, einem Musikfestival unter dem Motto „Frieden & Begegnung“ sowie einer Gastromeile. Am Elbanleger fand zudem ein Flohmarkt statt.
War auch im vergangenen Jahr anwesend: Russlands Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew.
© Hendrik Schmidt
Anlass des Gedenkens ist ein Ereignis, das vor mehr als acht Jahrzehnten weltweit für Aufsehen sorgte: Am 25. April 1945 begegneten sich auf den Elbwiesen erstmals Truppen der US-Armee und der Roten Armee auf deutschem Boden. Die erste Begegnung fand laut historischen Quellen gegen Mittag bei Lorenzkirch nahe Strehla statt, wo First Lieutenant Albert Kotzebue mit einem Aufklärungstrupp die Elbe in einem Segelboot überquerte – die Pontonbrücke war zuvor von deutschen Wehrmachtstruppen gesprengt worden, wobei zahlreiche Flüchtlinge ums Leben kamen.
Bekannt wurde jedoch eine andere Szene: Am Nachmittag des 25. April reichten sich auf der zerstörten Torgauer Elbebrücke der US-amerikanische 2nd Lieutenant William Robertson und der sowjetische Leutnant Alexander Silwaschko die Hand. Das offizielle Foto entstand zwei Tage später und ging als „Handschlag von Torgau“ um die Welt. Mit dieser symbolischen Begegnung schloss sich die Lücke zwischen der deutschen Ost- und Westfront, das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa rückte greifbar nahe.
BSW schickte Delegation
Politische Aufmerksamkeit erhielt das Gedenken durch den Auftritt einer siebenköpfigen Delegation des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) aus dem Sächsischen Landtag, angeführt von Fraktionsvorsitzendem Ronny Kupke. Die Fraktion legte am Denkmal der Begegnung einen Kranz nieder.
Mitglieder der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag legten Kränze nieder.
© privat
Jens Hentschel-Thöricht, Parlamentarischer Geschäftsführer der BSW-Fraktion, erklärte: „Der Elbeday ist ein besonderer Tag in der deutschen Geschichte, er steht für das Ende des 2. Weltkrieges. Sowjetische und US-amerikanische Soldaten reichten sich am 25. April 1945 an den Trümmern der zerstörten Elbbrücke in Torgau die Hand und leisteten einen Friedensschwur. Dieser Handschlag mahnt uns bis heute zum Frieden.“
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Mit einigen Wortbeiträgen zeigte sich die Fraktion allerdings nicht einverstanden. Der Landtagsabgeordnete Nico Rudolph sagte: „Es ist sehr lobenswert, dass die Stadt Torgau das Ereignis jedes Jahr mit einer Art Volksfest begeht. Die politischen Bewertungen der Redner am Denkmal der Begegnung dürften aber nicht unbedingt konsensfähig sein, einige Aussagen waren zu sehr im momentanen außenpolitischen Narrativ der Bundesregierung verortet.“
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Das BSW sieht sich nach eigener Darstellung durch die breite Teilnahme seiner Mandatsträger bestätigt, dass Frieden und Deeskalation zu den drängendsten politischen Aufgaben der Gegenwart zählen.
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