Umweltschutz

Ministerium: Wolf bei Großbreitenbach wurde erschossen

Im Ilm-Kreis wurde ein toter Wolf entdeckt – das Umweltministerium bestätigt nun, dass dieser erschossen wurde. Man habe Strafanzeige gestellt.

OAZ
3 Min
Der bei Großbreitenbach entdeckte Wolf wurde erschossen, wie ein Sprecher des Thüringer Umweltministeriums nun bestätigte.

Der bei Großbreitenbach entdeckte Wolf wurde erschossen, wie ein Sprecher des Thüringer Umweltministeriums nun bestätigte.

© dpa

Ein vor rund vier Wochen im Ilm-Kreis bei Großbreitenbach aufgefundener Wolf ist erschossen worden. Das Thüringer Umweltministerium bestätigte gegenüber der Zeitung Freies Wort entsprechende Erkenntnisse des Kompetenzzentrums Wolf, Biber, Luchs. Da die Tötung illegal erfolgte, wurde Strafanzeige gestellt. In Thüringen leben derzeit etwa 30 Wölfe.

Spaziergänger hatten den Kadaver in einem Waldstück nahe eines Weges sowie in der Nähe eines Teiches und eines Hochsitzes entdeckt. Nach Angaben des Kompetenzzentrums lag das Tier dort bereits mehrere Tage. Der Bürgermeister der Landgemeinde, Peter Grimm, beschrieb den Fund als „verwesten Fellhaufen“. Das Tier habe eine deutliche Schussverletzung in Herznähe aufgewiesen, sodass es „eigentlich sofort tot gewesen sein müsste“.

Grimm zweifelt jedoch daran, dass der Wolf an dieser Stelle erlegt wurde. Vieles spreche dafür, dass das Tier andernorts erschossen und anschließend im Wald abgelegt worden sei. Auch der Zustand des Kadavers deute auf einen länger zurückliegenden Tod hin.

Ministeriumssprecher bestätigt Todesursache

Umweltministeriumssprecher Tom Wetzling bestätigte, dass der Wolf erschossen wurde. Darüber hinaus äußerte er sich jedoch nicht zu Details des laufenden Verfahrens – weder zur Liegezeit noch zu möglichen Auffälligkeiten. Auf die Frage nach den Ermittlungszuständigkeiten erklärte Wetzling schriftlich lediglich: „Eine illegale Tötung stellt eine Straftat dar, die durch die zuständigen Strafverfolgungsbehörden bearbeitet wird.“

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In der Praxis sichert die Polizei den Fundort, die Staatsanwaltschaft führt das Ermittlungsverfahren und beauftragt Gutachten. Fachinstitute wie das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung untersuchen die Kadaver auf die Todesursache. Auch im Fall eines weiteren illegal beschossenen Wolfes bei Jesuborn/Pennewitz gebe es keinen neuen Ermittlungsstand, so Wetzling. Das Tier war im August des vergangenen Jahres schwer verletzt aufgefunden und aufgrund seiner Verletzungen eingeschläfert worden. Ein Verdächtiger konnte bislang nicht ermittelt werden.

Wolfsexperte Silvester Tamás kritisiert die Praxis scharf. Er fordert eine beim Land angesiedelte Stabsstelle, die sich gezielt mit illegalen Wolfsabschüssen befasst. Während spezialisierte Einheiten in Italien oder Spanien Aufklärungsquoten von bis zu 80 Prozent erreichten, gehe diese in Deutschland „gegen Null“. Tamás vermutet, dass die Staatsanwaltschaften solche Fälle „offenbar wegen Nichtigkeit“ einstellten. Es handle sich jedoch nicht um Kavaliersdelikte, sondern um Artenschutz: „Wolfsbeschüsse sind Umweltstraftaten. Und sie müssen mit aller Konsequenz verfolgt werden.“

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