Industrie

Energiekosten: Sachsens Gießereien schlagen Alarm

Sachsens Gießereien sehen ihren Standort in Gefahr. Bei einem Treffen in Pirna fordert die Branche günstigeren Industriestrom.

OAZ
2 Min
Sachsen ist der stärkste Gießereistandort in Ostdeutschland, doch die Branche steht durch die hohen Energiekosten unter Druck.

Sachsen ist der stärkste Gießereistandort in Ostdeutschland, doch die Branche steht durch die hohen Energiekosten unter Druck.

© Yuri Smityuk/IMAGO

Hohe Energiekosten, strenge Auflagen und wachsende Konkurrenz aus dem Ausland setzen Sachsens Gießereien zu. Bei einem Branchengespräch in Pirna pochen Unternehmen und Politik auf bessere Standortbedingungen.

Die Gießereiindustrie in Sachsen sieht sich nach eigenen Angaben durch hohe Energiekosten, Regulierung und steigende Importkonkurrenz unter Druck. „Sachsen ist der stärkste Gießereistandort in Ostdeutschland – und das soll so bleiben“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Sebastian Scheel bei einem Branchengespräch in der Edelstahlgießerei Schmees Cast in Pirna. Die Unternehmen seien auf verlässlichen Zugang zu günstiger Energie und international wettbewerbsfähige Standortbedingungen angewiesen.

Nach Scheels Worten ist die Branche unverzichtbar für die Wertschöpfung vieler Schlüsselindustrien in Europa. Rund 20 Vertreter von Unternehmen und Verbänden kamen in Pirna zusammen, um über die Lage zu beraten.

Verband fordert wettbewerbsfähigen Strompreis

„Die Gießereiindustrie steht aktuell vor enormen Herausforderungen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Gießereiindustrie, Martin Theuringer. Die Unternehmen müssten in der Breite von einem wettbewerbsfähigen Industriestrompreis profitieren. „Deutschland und Sachsen brauchen eine leistungsfähige Gießereiindustrie, um industriell wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Theuringer.

In einem Positionspapier fordert die Branche unter anderem einen wirksamen Industriestrompreis sowie einen Schutz vor sogenanntem Carbon Leakage. Darunter versteht man die Verlagerung von CO2-intensiver Produktion in Länder mit niedrigerer oder gar keiner CO2-Bepreisung. Europäische Vorgaben sollten zudem ohne nationale Verschärfung umgesetzt werden, heißt es in dem Papier.

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Mit 22 Betrieben und rund 6.300 Beschäftigten, die einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro erwirtschaften, gilt die Gießereiindustrie nach Angaben des Wirtschaftsministeriums als bedeutender Wirtschaftsfaktor im Freistaat Sachsen.

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